Iron Slaught - Metallic Torments
Review
IRON SLAUGHT aus Frankreich taufen ihre zweite LP nach „Crusading Metal Mercenaries“ von 2015 steelsicher „Metallic Torments“. Sie nutzen dafür sowohl Herzblut als auch jenes ihrer Feinde und natürlich den Schweiß ihrer edlen Rappen, released in der Schlacht.
IRON SLAUGHT nämlich erkennen offensichtlich keinen Sinn darin, sich grimmigen Blickes in Leder und Ketten und kopfüber in eine Mischung aus Speed- und Heavy Metal zu werfen, um dann vorsichtige Einschätzungen zum prekären Zustand der Gesellschaft zur Debatte zu stellen. Oder Herzen zu brechen resp. zu öffnen – ausgenommen die wörtlich Umsetzung mittels Schwert. Anders formuliert: Auf „Metallic Torments“ geht es um „obsession, vengeance, witchcraft, medieval battles and devotion to metal itself“.
Die „Metallic Torments“ sind keine Quälerei
Klanglich erinnern Iron Jérémy (Gitarre und sowohl melodische als auch heisere Vocals) und Nikrass (Bass) etwas an Ritter-RUNNING-WILD, die oft in Richtung Speed Metal ausbrechen und im gestreckten Galopp dem Thrash nahe kommen, so zum Beispiel in „Condamné Pour L’Éternité“. Ihren Beitrag hierzu leisten die Drums, die Stéphane Hellkine konsequent in Richtung Double Bass und Attacke programmiert hat. Das ist reizvoll. Und da die Franzosen perlende maideneske Intros und Outros, vereinzelt hohe Schreie sowie eine heroische Power-Ballade („Charme Funeste“) dabei haben, ist die Melange auch abwechslungsreich. „Fatal Retaliations“ beschließt die „Metallic Torments“ zudem standesgemäß als epischer Achteinhalb-Minüter mit auch weiblichem Gesang.
Zur Ekstase fehlen lediglich der eine oder andere noch hartnäckigere Ohrwurm-Slogan, den man dem Feind aus voller Lunge vor den unwürdigen Latz schmettern möchte. Oder eine wirklich memorable Melodie zum Lied seines direkt bevorstehenden Todes. Oder ein Riff hier und da, welches eine mehr als „da muss vielleicht mal jemand draufschauen“-tiefe Scharte schlägt. IRON SLAUGHT machen viel richtig und nichts falsch, doch sie gehören mit ihren Kompositionen auch nicht zur absoluten Speerspitze des bzw. der Genres.
IRON SLAUGHT sind keine Pappmaché-Krieger
Edle Elemente werden also nicht bis ins Letzte überwältigend zu einer musikalischen Waffe verarbeitet. Mit der im Gepäck wirkt man zwar beileibe nicht wie ein Pappmaché-Krieger oder eine Karnevals-Kämpferin – aber den Weg zur Herrschaft übers Kingdom of Metal säbelt man sich damit eher nicht frei.
Dazu passt das Cover: Die Schlacht von „Battle Cry“ tobt um die Burg aus „The Jester Race“, allerdings weniger lässig. Denn die eine Hälfte der Kämpfer besteht mittlerweile aus Geistern und der Künstler ist nicht mehr 14 wie 1984: Buntstifte lehnt er ab.
Iron Slaught - Metallic Torments
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Speed Metal |
| Anzahl Songs | 8 |
| Spieldauer | 43:57 |
| Release | 10.07.2026 |
| Label | Gates Of Hell Records |
| Trackliste | 1. Harbinger Of Afflictions 2. Ghastly Obsession 3. The Executioner 4. Soldier Of Fortune 5. Condamné Pour L’Éternité 6. Charme Funeste 7. Primal Conquest 8. Fatal Retaliations |
