Izah - Finite Horizon/Crevice

Review

Es ist schon wieder eine junge neue Band, die meine Begeisterung weckt – völlig unerwartet, wie ich zu bedenken geben möchte. IZAH heißt der Trupp aus Tilburg, welcher sich mit seiner Zwei-Song-EP gleich einen Platz unter meinen Highlights diesen Jahres erarbeitet.

„Finite Horizon“ und „Crevice“ heißen die beiden Songs, die beide jeweils ca. elf Minuten Spielzeit verbraten, ohne dabei nur im Geringsten langweilig zu werden. Tief dröhnend basteln IZAH eine komplexe Mischung aus Doom, Sludge, Postrock und Hardcore zusammen, die sich vor Vergleichen zu Größen wie CULT OF LUNA nicht zu verstecken braucht. Die berühmte Weltuntergangsstimmung wird in jeder Sekunde der Scheibe gelebt. Mal sind es die dröhnenden Riffs, mal die harmonischen, von cleanen Vocals zärtlich begleiteten Passagen, die mich vor der Anlage völlig erstarren lassen.

Lässt „Finite Horizon“ dem Hörer noch einen klitzekleinen Fluchtweg, gerade durch die oben erwähnten harmonischen Parts, die ähnlich einem kleinen Sonnenstrahl zwischen den Gewitterwolken hindurchschimmern, so ist spätestens mit „Crevice“ Schluss mit jedweder Schönheit. Wenn der Song nicht gerade brutal die Gehörgänge unter der schieren Wucht der Gitarren zermalmt, dann geht er mit tief traurigen Melodien, sowie eindringlichem Klargesang völlig in der Endzeitstimmung des Albums auf.

Unglaublich, wie intensiv all diese verschiedenen Einflüsse verarbeitet wurden, wie die tiefen Growls sich mit dem Klargesang vereinen, wie gut harmonische Melodien zu dröhnenden Riffs passen und wie lang man die Spannung selbst in einem schier endlosen Song erhalten kann. IZAH ist ein kleiner Geheimtipp, der sicherlich nicht bei allen ankommt, aber alle, die sich eine Mischung aus den oben genannten Zutaten vorstellen können, sollten dringend, wirklich dringend (!) ein Ohr riskieren.

01.07.2009

Chefredakteur

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