Kill Ritual - All Men Shall Fall

Review

KILL RITUAL bringen „ihre Definition von Metal“ in Form von „All Men Shall Fall“ unters Volk. Die gestaltet sich den enthaltenen Songs zufolge als Mischung aus modernem Hard Rock, häufigen Schlenkern Richtung Power Metal und einer kleinen Prise Thrash.

Der Power-Metal-Anteil schlägt sich insbesondere in den Gitarrensoli nieder. Der Thrash hinterlässt seine Spuren derweil im Riffing. Ein Blick auf die (ex-)Mitglieder der Band erklärt dieses Gebräu, denn die beteiligten Musiker waren oder sind in Bands wie DARK ANGEL, DRAGONFORCE und IMAGIKA unterwegs. Bei KILL RITUAL ist also die geballte Erfahrung am Start. Zudem ist die Band auf ihrer nunmehr vierten Platte auch gut aufeinander eingespielt. Ein Groovemonster wie „Megalomaniac“ hätte in abgewandelter Form auf ’ner PANTERA-Platte eine gute Figur gemacht. Sänger David Reed Watson erinnert hier auch stimmlich ein wenig an Phil Anselmo. In der anschließenden Halbballade „Save Yourself“ hingegen besticht er mit melodischen Gesangslinien zwischen Power-Metal-Kitsch und 80er-Schmalz. Seine Wandelbarkeit ist definitiv eine der größten Stärken von „All Men Shall Fall“.

KILL RITUAL tragen keine Scheuklappen

Allerdings führt der wilde musikalische Stilmix dazu, dass KILL RITUAL im Verlauf des Albums zunehmend unfokussiert wirken. So sticht beispielsweise der „Leb‘-Deine-Träume“-Rocker „A Re-Imagining“ völlig aus dem Rahmen und erinnert an amerikanisches Radiogeträller. Da hilft es allerdings, dass die Instrumentalfraktion durch hohes technisches Können besticht. Insbesondere die Gitarren  warten mit einigen coolen Momenten auf. Produziert ist das Ganze außerdem auf einem ebenso hohen Niveau. Der Sound ist druckvoll und differenziert. Selbst der Bass ist trotz tief gestimmter Instrument klar erkennbar. Das ist heutzutage leider keine Selbstverständlichkeit.

Klar, die Amis trauen sich auf „All Men Shall Fall“ durchaus was. Die im Metal sonst oft üblichen Scheuklappen spielen für KILL RITUAL keine Rolle. Doch leider zündet längst nicht jede Idee, zumal das Album im Laufe der Spielzeit auch recht zerfahren wirkt. Trotzdem sammeln sich hier genügend starke Songs an, die ein Reinhören rechtfertigen.

16.02.2018

"Irgendeiner wartet immer."

Exit mobile version