Leakh - The Wreckoning

Review

Der Prophecy Labelsampler „To magic…“ enthielt ein bemerkenswertes Stück der schwedischen Band Coven, zu dem folgende Anmerkung zu lesen war: „Extreme and powerful music, reminds a bit to a mixture of Nick Cave on drugs and Current 93“. Der Name Coven gehört inzwischen der Vergangenheit an, der kränkelnde Geist trägt nun den Namen Leakh und „The wreckoning“ ist dernächste, ausgreifendere Schritt in die Abgründe menschlichen Seins. Manisch-depressiv würde wohl die Diagnose in der Akte von Jimmy S. Coven lauten, wenn man seinen Gesang zur gesundheitlichen Beurteilung heranzöge.Cholerisch, zittrig, stöhnend und wimmernd begleitet er die karge Instrumentierung, die überwiegend aus Akustikgitarre und Drums besteht. Die Stücke dieser CD sind eine beängstigende musikalische Umsetzung erdrückender Verzweiflung und ertragener geistiger Pein, zu deren Verminderung nicht zuletzt versucht wird, diese, bis zur körperlichen Entkräftung, herauszuschreien, die mit dem Stück „Dots and Lines“ ihren schonungslosesten Höhepunkt erreicht. Ob dies das Produkt einer musikalischen Therapie in einem Sanatorium sein könnte ? Mehr als einen Hauch einer solch trostlosen Stätte vermittelt dieses Album, das mit schlichten Mitteln eine überaus beklemmende Stimmung erzeugt. Bleibt zu hoffen, dass Herr Coven nicht zu große Fortschritte auf dem Weg der Besserung macht und demnächst nicht trällernd belangslosen Neo-Folk zum besten gibt.

26.09.2000
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