Left To Die - Initium Mortis

Review

Death Metal by DEATH – ein Thema, welches Mitte der 20er-Jahre des aktuellen Jahrtausends nicht mehr en vogue sein könnte. Mit LEFT TO DIE und DEATH TO ALL gibt es zwei Herzensprojekte, welche die Schuldiner-Songs mit Originalmitgliedern wieder auf die Bühne bringen, dazu befinden sich GRUESOME mit ihrem letzten Album „Silent Echoes“ auf dem Zenit ihres Schaffens und gossen dabei den „Human“-Stil in neue Schuhe. Nun melden sich tatsächlich auch Erstgenannte mit der Veröffentlichung eines Studioalbums, welches die frühen Demoaufnahmen des Originals in die Schusslinie nimmt.

Frühe Demoaufnahmen neu am Start

„Initium Mortis“ ist somit mehr eine Compilation aus Neueinspielungen der ersten Aufnahmen von MANTAS und DEATH. Betroffen sind dabei etwa die Demos „Death By Metal“, „Reign Of Terror“ oder „Infernal Death“. Dass diese gefährliche Gratwanderung mit Rick Rozz als einzigem damals involvierten Musiker aber keineswegs Leichenfledderei ist, bestätigt das Line-Up mit Terry Butler als späteres Bandmitglied und die beiden Vollmaniacs Matt Harvey und Gus Rios (beide u.a. GRUESOME). Hier hat man sehr ernst darauf geachtet, den Spirit dieser Frühwerke nicht auszuhöhlen, aber in eine zeitgenössische Ausführung zu überführen, die einmal mehr zeigt, dass es selbst Chucks frühestes Schaffen problemlos mit jedem neuen Release aufnehmen könnte.

Nicht jeder hat die Möglichkeit, an oben genannte Originalaufnahmen zu kommen und dazu treibt „Initium Mortis“ ordentlich fett aus Boxen, Harvey treibt inzwischen extrem stilsicher im Fahrwasser Schuldiners und auch die Instrumentalfraktion akzentuiert den simplen, aber sehr hooklinelastigen Death-/Thrash Metal schlichtweg elektrisierend. Erwartungsgemäß bewegt sich das Songmaterial stark auf das DEATH-Debüt „Scream Bloody Gore“ zu, vielleicht einen Mü weniger bluttriefend, dafür etwas besser sitzender Föhnfrisur, engen Jeans und weißen Sneakern.

Elektrisierende Umsetzung

Ob er Early-Bandsong „Mantas“, das rasiermesserscharfe „Archangel“ oder Groover „Legion Of Doom“, indem sich Butler im Rahmen seiner OBITUARY-Vita enorm wohl fühlen dürfte, DEATH haben hier ausschließlich Killer hinterlassen, die LEFT TO DIE mit der richtigen Attitüde rezitieren. Natürlich ist das irgendwo der Aufguss von bereits Vorhandenem, doch hier ist kein skrupelloses Ausschlachten zu erkennen, sondern große Begeisterung im Schatten des Großartigen.

14.07.2026
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