Let Us Prey - Virtues Of The Vicious

Review

LET US PREY haben den namenhaften Marc Lopes (ROSS THE BOSS) gesanglich am Start und doch klingt alles weitaus anders als erwartet. Mit einer nämlich dadurch relativ hohen Erwartungshaltung in den Hördurchlauf gestartet, holt einen der aufgeregte, sehr angeknipste Mix aus Death Metal, Progressive Metal und Thrash Metal schnell auf den Boden der Tatsachen zurück.

„Virtues Of The Vicious“ ist viel

„Virtues Of The Vicious“ ist viel. Viel von allem. Und viel davon in einen Topf geschmissen. Metallische Reizüberflutung vom Feinsten, die gleichzeitig besagtes Feines vermisst. Hier schlägt eher der Vorschlaghammer zu, anstatt das Fingerspitzengefühl spielen zulassen und dem ein oder anderen Track mehr Tiefgang zu verleihen.

Das mag über eine kurze Zeit deutlich Spaß machen, verliert aber über die Spiellänge an Reiz. Da muss man schon reichlich Bock und in Laune für die grobschlächtigere Metal-Klatsche, die LET US PREY hier auspacken, haben.

Bock auf LET US PREY?

Bestes Beispiel bietet hier „And Hell Followed Me“, welches eine solide Midtempo-Nummer bietet, aber mit überproportionierten Einsatz von allen Seiten alles niedermäht. Im negativen Sinne. Mit der Devise „Scheppern und Brettern“ hat das neue Album von LET US PREY auch seine ruhigeren Momente. „ In Suffering“ beweist, dass sortierter und ruhiger – zumindest zum Beginn des Songs, sehr gut funktionieren kann und auch mehr Melodik nicht die falscheste Idee ist.

Soundtechnisch finden wir uns bei „Virtues Of The Vicious“ auf moderner, klarer Ebene wieder. Die Platte ist sauber abgemischt und die volle Packung LET US PREY prasselt fein in den Gehörgang. Auch wenn man manchmal einfach nur kurz „Stop“ drücken möchte um das reichhaltige Mahl zu verdauen.

LET US PREY hauen ordentlich zu

Das Debüt der Band aus Boston haut ordentlich zu und wer in Stimmung für guten Death Metal / Thrash Metal ist und seinen Kopf einfach mal gepflegt freipusten möchte, der kann hier getrost zugreifen. „Virtues Of The Vicious“ ist knackig und gut. Aber mehr auch nicht. Wir sprechen hier am Ende nicht von der alt bekannten, abgedroschenen Luft nach oben, sondern holen selbige erstmal tief ein. Verschnaufpause nach der Platte notwendig. Für den Hörer. Die Band selber sollte man auf dem Zettel haben. Mal sehen, was die demnächst sonst noch so alles niederzimmern. Die Nackenmuskulaturen sind gespannt. Und nicht nur die.

 

07.07.2020

It`s all about the he said, she said bullshit.

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