Livarkahil - Signs Of Decay

Review

Oh weia, BEHEMOTH bekommen jetzt mächtig Konkurrenz aus Frankreich. LIVARKAHIL legen mit ihrem Zweitwerk “Signs Of Decay“ ein boshaftes, majestätisches und intensives Werk vor, das sich gewaschen hat. Dabei wirkt dieses Konzeptalbum über religiöse Autokratie nicht wie ein billiger Klon des polnischen Flaggschiffs, sondern webt gekonnt moderne Elemente mit ein, was  für eine angenehme Note an Eigenständigkeit sorgt. Auch wenn die fünf Herren mit Ihrem Modern Brutal Death Metal das Rad nicht neu erfinden, so zeigen Sie Kritikern den erhobenen Mittelfinger und ziehen ihr Ding technisch versiert und auf durchweg hohem Niveau durch.

Bereits das Intro “In Nomine Patris…“ lässt einem das Blut in den Adern gefrieren und sorgt mit “When Hell Is Near“ für die erste gewaltige Entladung. Fiese Gitarrenriffs schneiden sich durch den Gehörgang und werden von einem brachialen Drumteppich unterlegt. Hinzu kommen ein einige ansehnliche Rhythmusspielereien, welche ein wenig Bands wie ABORTED oder HATE durchscheinen lassen und hasserfüllte Vocals, die gekonnt die unglaubliche Wucht der Musik einfangen. Gerade die Leistung von Frontmann HK weiß zu überzeugen. Der werte Herr schafft es, nicht aufgesetzt aggressiv zu klingen sondern immer eine ganz individuelle Note in seine Stimme einfließen zu lassen. Dieser Kurs wird auch mit den nachfolgenden Songs aufrecht gehalten. Im Gegensatz dazu wirkt “Art Of Bleeding“ mit seinen Gastbeiträgen von Franck und David Potvin (LYZANXIA) fast schon wie eine Verschnaufpause, denn dieses Stück ist im Gegensatz zum vorhergegangenen Material doch fast schon ungewöhnlich langsam und melodisch. Hier scheinen gelegentlich die Landsleute von GOJIRA durch, was den Abwechslungsreichtum der Musik nur weiter unterstreicht. Und genau ab diesem Zeitpunkt steigern sich LIVARKAHIL zur eh schon guten ersten Hälfte unweigerlich. Mit Stücken wie “Above All Hatred“ und dem genialen “The Flesh Of All Damned“ lassen die Musiker keinen Stein auf dem anderen und verpassen dem Hörer eine gewaltige Abreibung. Auch “Heaven Shall Fall“ steht dem in nichts nach und wird letztendlich nur noch von dem abschließenden Titelstück übertroffen. So kann man sagen was man will, aber die Pariser haben mit “Signs Of Decay“ eine durchweg runde Sache abgeliefert. So muss es sein!

Hätte “Signs Of Decay“ in der ersten Hälfte ebenso viel Hits zu verzeichnen wie zur zweiten Halbzeit, würde es an der obersten Punktemarke kratzen. Nichtsdestotrotz haben LIVARKAHIL ein Highlight des Jahres abgeliefert und Fans von düsterem Death Metal à la Behemoth sollten den Franzosen unbedingt eine Chance geben. Dieses Werk ist ein wahrlich großer Wurf einer talentierten Band.

10.09.2011
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