Lucid Sins - Dancing In The Dark

Review

Das schottische Duo LUCID SINS veröffentlicht mit “Dancing In The Dark“ ein Album, das zehn Geschichten über Hoffnung und Verrat, Magie und Wahnsinn, Liebe und Tod erzählt und versucht, den Hörer dazu zu verführen, sich von dem wilden Tanz der luziden Sünden einlullen zu lassen und zum Mittanzen zu bewegen. Ob das den Psychedelic Rockern gelingt?

LUCID SINS klingen zahmer als erwartet

Dass es auf “Dancing In The Dark“ nicht nur um Atmosphäre und Sound geht, sondern tatsächlich um die Geschichten, wird von Anfang an klar. “Jack Of Diamonds“ eröffnet das Album mit entspanntem 70er Rock-Sound und der weichen, erzählenden Stimme von Sänger Andreas Jonsson. Der Einsatz von Gitarre und Drums ist dabei so unaufdringlich, dass die gut verständlichen Vocals im Vordergrund stehen und es dem Hörer ermöglichen, die erzählten Geschichten auch inhaltlich zu verfolgen.

Eine okkulte oder gar düstere Stimmung aufzubauen will LUCID SINS allerdings nicht so recht gelingen. Ob es an der hohen, freundlichen Stimme von Jonsson oder am minimalistischen Einsatz der Instrumente liegt – “Dancing In The Dark“ hat eher einen entspannten und freundlichen als okkulten und verführerischen Charakter. Eine gute Tendenz bietet hier aber “A Call In The Dark“, das mit tieferen Backing Vocals, einer insgesamt tieferen Tonlage und dem sich wiederholenden, beschwörenden Chorus zeigt, dass die Schotten es auch ein bisschen düsterer können.

Viele der Lieder stützen sich auf dieselben Elemente, was in Kombination mit der Kürze der Songs dazu führt, dass “Dancing In The Dark“ schnell einfach so durchläuft und ein bisschen vor sich hinplätschert. Ausreißer wie das von einer hellen, fast kindlich getragenen Frauenstimme getragene und mittelalterlich klingende “Sanctuary Stone“ sorgen dafür durch den Kontrast aber umso mehr fürs Aufhorchen und mit dem selbstbewusst fließenden “Catch The Wild“ endet das Album mit einer starken Note.

Auf “Dancing In The Dark“ hat jemand das Licht angemacht

Zum wilden Feentanz bei Nacht haben LUCID SINS die Hörer mit “Dancing In The Dark“ vielleicht nicht abgeholt, aber als musikalische Begleitung zum Träumen auf einer Wiese im Sommer lädt das Album auf jeden Fall ein. Unter den zehn Songs auf dem Album hat zwar nicht jeder einen charismatischen Sound mit Alleinstellungsmerkmal, aber diejenigen, die das gewisse Etwas haben, stechen dafür umso mehr heraus. Die richtig großen Sünden heben LUCID SINS sich vielleicht fürs nächste Album auf.

20.10.2023

"Es ist gut, aber es gefällt mir nicht." - Johann Wolfgang von Goethe

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