Lupercalia - Florilegium

Review

Uh, selten war ein Album schwerer zu bewerten wie das hier vorliegende Florilegium… Lupercalia ist eine italienische Zwei-Mann/Frau Band, bestehend aus der Sopranistin Claudia Florio und dem (akustischen) Gitarristen und Keyboarder Riccardo Prencipe. In Kombination mit einer Violine, gespielt von Gianluca Uccio, entsteht eine prinzipiell wirklich interessante Mischung zwischen mittelalterlicher Spielmannsmusik und Gothic, die hier mit einer ungewöhnlich langen Spielzeit von über einer Stunde präsentiert wird. Wer hierbei aber auf tanzbare Ohrwürmer im Stile von Saltatio Mortis oder den frühen Fiddler’s Green hofft wird jedoch größtenteils enttäuscht werden, denn bei Florilegium zählen eher die minimalistischen Soundstrukturen ohne viel Drumherum. Und das zwar auf atmosphärisch höchstem Niveau, aber die meiste Zeit leider ohne tanzbare Rhytmusarbeit oder klar erkennbaren Melodiebögen. Zwar befinden sich durchaus starke Ohrwürmer auf dem Album, wie der Opener ‚Tribe‘, das dynamisch flotte ‚Personent Hodie‘ oder das überlange melancholische ‚Sub Specie Aeternitatis‘, aber reine Gothic/Mittelalterfans werden sich wohl schnell langweilen. Für eine atmosphärische Hintergrundberieselung ist dieses Album aber geradezu perfekt, es wäre also gleichermaßen eine herrliche Ambientplatte die nachts zu so mancher Gänsehaut führen kann. Und somit kommen wir auch direkt zur Bewertung: Gothic – 6/10; Ambient – 9/10; aufgerundet wird das zu einer 8, da Fans wohl wirklich verdammt viel Spaß an diesem Album haben werden. Aber auch nur Fans – vor dem Kauf ist reinhören Pflicht.

10.07.2004
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