Matt Pike - Pike vs. the Automaton

Review

Was macht ein Musiker, der sich langweilt weil seine Bands aufgrund der Pandemie ruhen? Er nimmt in seiner Garage ein Solo-Album auf! Matt Pike wirkte bei SLEEP an entrückten Stoner-Rock-Meilensteinen mit, bei HIGH ON FIRE frönt er einem wildem Mix aus Doom, Rock und Sludge. „Pike vs. the Automaton“ ist noch schräger, deftiger und zügelloser.

Schräg, deftig, zügellos: „Pike vs. the Automaton“

Die Musik auf dem Album wirkt aber auch ziellos und unkonzentriert. Damit ist sowohl die Auswahl der Songs gemeint, als auch jedes Lied für sich. Die ersten drei Tracks gehen noch als straighte, aber unspektakuläre Stoner-Sludge-Nummern durch. Mit „Land“ folgt ein lahmer Halb-Akustiker, mit „Alien Slut Mum“ ein wirrer Hard-Psychedelic-Song, der stellenweise in Richtung Noise Rock geht. Warum gerade diese beiden Songs als Singles ausgewählt wurden, bleibt zunächst schleierhaft, enthüllt sich aber beim weiteren Nachdenken: Viel besser ist das restliche Material halt auch nicht.

Denkt man sich zu Beginn des Albums noch, dass „Pike vs. the Automaton“ eine angepisste und unterhaltsame Mischung aus HIGH OIN FIRE und CORROSION OF CONFORMITY werden könnte, entwickelt sich das Album schnell zu einem wirren Trip, bei dem immer wieder einige gute Ideen und natürlich auch das Können Matt Pikes aufblitzen. Einige schiefe Töne, ein matschiger Sound und eine allgegenwärtige Ziellosigkeit trüben den Eindruck jedoch.

Ein ungefilterter Blick auf Matt Pike

„Pike vs. the Automaton“ klingt so, wie es die Entstehungsgeschichte verspricht. Matt Pike juckt es während der Pandemie in den Fingern, einige neue Songs aufzunehmen, also stiefelt er in die Garage und vertont jede Idee, die ihm aktuell durch den Kopf geht. Das sorgt für wirre Kompositionen, die so im Studio wahrscheinlich nicht entstanden wären.

Das hat, und damit kommen wir zum Abschluss zu den Pluspunkten, in seinen guten Momenten Charme, wirkt ungeschliffen und zügellos. Matt-Pike-Fans bietet das Album viele Möglichkeiten den Musiker authentisch und ungefiltert zu erleben sowie die persönlichen Diamanten vom Staub zu befreien. Wer mit derartiger musikalischer Archäologie aber nichts anfangen kann, sollte selbst als HIGH ON FIRE- oder SLEEP-Fan die Finger von dem Album lassen.

01.03.2022
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