Mesetiah - Tesis

Review

Der erste Eindruck ist ja gemeinhin entscheidend, und so gesehen haben es die finnischen Death-Thrasher MESETIAH schon nach einer Sekunde verkackt: „Tesis“ beginnt mit einem fetten, netten Riff, und dann setzt der Bass ein:

dumdumdumdumdumdumdum

… das klingt weniger gefährlich als ein Rentnerchor bei Aufwärmübungen. Was soll man sagen: Wenn Dag Nielsen einst bei DARKTHRONE wegen der Farbe seines Basses rausgeflogen ist, müsste Matti Olkkola einen Fußtritt verpasst bekommen, der ihn in hohem Bogen nach Neuseeland befördert. Jetzt mal rein bildlich gesprochen, denn genauso wenig, wie „Tesis“ Ärsche tritt, wäre Gewalt gegen einen armen Bassisten zu befürworten.

Womit wir auch schon mitten in der Problematik von „Tesis“ stecken: Die Mini-CD ist ganz nett, mehr aber auch nicht. Mit den thrashigen Riffs kann man heute niemand mehr begeistern, genauso wenig mit den soliden, wenngleich nicht überragenden Fähigkeiten der Musiker an ihren Instrumenten: Hier mal ein nettes Lead („Legacy Of The Damned“), dort mal ein gekonntes Break, aber bis auf den tiefen Grunzgesang von Marko Rintala fällt doch die Liste der Pro-Argumente für „Tesis“ ziemlich überschaubar aus.

Die EP rauscht einfach ohne nennenswerte Highlights durch – nicht einmal das straighte und vergleichsweise flott geriffte „Contagious“ ist so gut, dass es für anhaltende Begeisterung sorgen würde. Vielmehr hat man den Eindruck, dass die Band mit angezogener Handbremse spielt: So gesehen endet die „Mother Of All Executions“ in einem langsamen, quälenden Blutbad.

Gewiss: MESETIAH sind keine Anfänger mehr und „Tesis“ ist auch nicht so schlecht, dass man sich ärgern würde – aber mehr als Mittelmaß ist am Ende doch nicht rausgekommen: Weder von den Songs noch von den spielerischen Fertigkeiten noch vom Sound. Und damit sind wir wieder mitten im Eingangsszenario: Vielleicht sollte man dem Bassisten als Einstieg in eine spannendere Zukunft einfach erstmal einen Bass-Verzerrer kaufen – damit beim nächsten Mal wenigstens der erste Eindruck stimmt.

18.02.2014

- Dreaming in Red -

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