Monosphere - Amnesia
Review
MONOSPHERE haben nach mehreren Stand-alone-Singles wie „The Unknown Voice“ und „Lapse Pt. II“ ihr drittes Album „Amnesia“ fertiggestellt. Seit ihrer ersten Platte feilt die Mainzer Band stetig an ihrem Sound und lässt sich kaum in eine Genreschublade stecken. Elemente aus Post-Metal, Metalcore, Black Metal und Progressive Metal finden sich in ihrer Musik. Das ist kein Easy Listening, aber sehr spannend. Der Vorgänger „Sentience“ war bereits bockstark – da stellt sich die Frage, was sich die Truppe dieses Mal hat einfallen lassen.
MONOSPHERE haben nicht vergessen, gute Musik zu schreiben
Wie schon auf „Sentience“ gehen die Stücke von „Amnesia“ fließend ineinander über und ergeben ein Gesamtbild. Zwar lassen sie sich auch unabhängig voneinander hören, funktionieren aber ebenso als 42-minütiges Gesamtwerk. Dabei werfen MONOSPHERE die genannten Genremischungen wild durcheinander: Regiert auf „Nadir“ noch der Schwarzmetall, leitet das Interlude „Allusion“ zum progressiven Post-Hardcore-Track „Limbic“ über, der fantastisches Gitarrenspiel und Drumming bietet – Frickelfans bekommen feuchte Augen.
Die Vocals von Sänger Kevin haben sich enorm weiterentwickelt. Auf den ersten beiden Alben lieferte er vor allem starke Screams und Growls, an denen es nichts auszusetzen gab. Auf „Amnesia“ kommt pointierter, sehr gut vorgetragener Klargesang mit viel Melancholie und Düsternis hinzu. Man höre sich „Idiomorph“ an – grandios! Zudem hat er die harschen Vocals deutlich verfeinert, sodass seine Gesangsdarbietung abwechslungsreicher wirkt.
Im letzten Drittel der Platte ziehen MONOSPHERE noch einmal alle Register: von dezenten Klaviertönen, die erst auf den zweiten Blick auffallen, dann aber hervorragend passen, bis zu komplexen, durchdachten Songstrukturen der beiden Fast-Zehnminüter. Zudem ist „Amnesia“ hervorragend produziert und liefert zwischen leisen, atmosphärischen Passagen und nachbarunfreundlichen Soundgewittern alles.
„Amnesia“ ist große Kunst
Mit ihrem neuen Album haben sich MONOSPHERE im Vergleich zu „Sentience“ in jeder Hinsicht gesteigert. Die kürzere Spielzeit tut dem Album gut: Man kann alles aufnehmen, ohne überfordert zu sein. Die einzelnen Stücke sind kleine Kunstwerke, in denen es viel zu entdecken gibt. Kein Wunder, dass sich diverse Labels die Gruppe sichern wollten – umso mehr Respekt, dass sie sich entschieden haben, erneut alles selbst zu machen. MONOSPHERE sind im modernen Metal derzeit einer der großen Geheimtipps – und wer weiß, wie lange das bei dieser Albumqualität noch „geheim“ bleibt?
Monosphere - Amnesia
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Black Metal, Metalcore, Post-Metal, Progressive Metal |
| Anzahl Songs | 9 |
| Spieldauer | 42:04 |
| Release | 13.03.2026 |
| Label | Eigenproduktion |
| Trackliste | 1. Collapse 2. Anomia 3. Nadir 4. Allusion 5. Limbic 6. Idiomorph 7. Zenith 8. Engram 9. Dissolve |
