Mortillery - Shapeshifter

Review

Sängerinnen sind im Thrash Metal immer noch recht selten. Ein Alleinstellungsmerkmal haben MORTILLERY also schon mal auf ihrer Seite. Aber reicht das, um mit „Shapeshifter“ eine eigene Duftmarke zu setzen?

Der etwas dumpfe Sound trübt zu Beginn das Hörvergnügen. Doch nach kurzer Eingewöhnungszeit stört das nicht weiter. Musikalisch frönen MORTILLERY dem kontrollierten Chaos. Egal ob punkig Riffs („Torture“), Black-Thrash-Melodien („Mantis“) oder sogar hochmelodischer Klargesang („Shapeshifter“) – die Kanadier wissen genau was sie tun. Trotz des wilden Wucherns in allen Ecken des Thrash-Korsetts, folgt „Shapeshifter“ einer klar erkennbaren Linie. Denn eine rotzige Attitüde zieht sich durch alle Songs. Die Gitarrenriffs sind häufig überraschend melodisch geraten. Die Soli wiederum schwanken zwischen einfach nur schräg und einprägsam.

Verschnaufpausen gibt es auf „Shapeshifter“ nur selten. Alle Songs hämmern im höchstmöglichen Tempo aus den Boxen. Das Problem dabei ist nur, dass selbst nach mehreren Durchläufen kaum etwas in Erinnerung bleibt. Bis auf das abschließende Titelstück, sticht kein Song heraus.

MORTILLERY haben einen eigenständigen Sound und können über die gesamte Laufzeit unterhalten. Einen dauerhaften Eindruck hinterlässt das Songmaterial auf „Shapeshifter“ allerdings nicht.

23.05.2016

"Irgendeiner wartet immer."

Exit mobile version