Mother Bear - Orm 2
Review
Mit ihrem zweiten Album „Orm 2” verfolgt das Dortmunder Stoner-Trio MOTHER BEAR konsequent den eingeschlagenen Weg und liefert einen würdigen Nachfolger zur ersten Scheibe „Zamorian Occultism”. Mit einer Zeitspanne von nur drei Jahren ist die Schaffensphase für das Genre durchaus kurz, denn da ist man Zäheres gewohnt.
Fantasy, Mythen und das Orm
Den inhaltlichen Grundrahmen, den sich MOTHER BEAR mit ihrem Erstling geschaffen haben, setzen sie konsequent fort und nehmen die Hörer:innen erneut mit in die „Zamonien“-Welt von Walter Moers. Dabei bringen sie die Inhalte der Fantasyromane in einen eigenen künstlerischen Kontext und vertonen sie.
„Orm 2” ist voller Andeutungen und Parallelen zu den Moers-Romanen, was es zu einem ausgesprochen guten und eigenwilligen Rahmen für die musikalische Interpretation macht. Wer Moers nur mit Käpt’n Blaubär und dem Kleinen Arschloch verbindet, wird überrascht sein, wie weit der Autor mit seinen fantasiereichen Erzählungen darüber hinausgeht. Er erschafft einen eigenen literarischen Mikrokosmos, in dem eine grundlegend andere Gesellschaftsform dominiert und Alchemie sowie Fabelwesen en masse existieren.
Die Verbindung aus klassischem Stoner Doom, der den Spirit von Electric Wizard und Sleep atmet, und der eigenwilligen Textbasis erschafft MOTHER BEAR durchaus eine völlig eigene Nische, in der Doom Metal und Fantasy verschmelzen. Die dargebotene Musik ist dem Ganzen zuträglich, denn es gibt entschleunigte, obskure Klänge, die auf die Atmosphäre ausgelegt sind. Die schwermütigen, düsteren und langsamen Songs warten mit tonnenschweren Riffs, Fuzz und Delays auf und werden weitestgehend von dem für das Genre typischen Gesang von Sänger Jonas getragen. Hört euch direkt den Opener oder das auffällig flotte „Muggroom Caravan” an.
Hypnotischer Doom aus den Tiefen Zamoniens
Was den Albumsound anbelangt, darf man dennoch zwiegespalten sein: Bei aller Authentizität, die dem Grundgefühl zuträglich ist, entströmt dem Ganzen auch eine gewisse Schwere und Monotonie. Das ist im Kontext stimmig, wirkt dezent verstörend, manchmal fast beängstigend, aber vor allem immer niederschmetternd. Fans von Bands wie ELECTRIC WIZARD, WINDHAND oder mit Fokus auf der Riff-Lastigkeit statt verspielter Melodien werden begeistert sein.
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Mother Bear - Orm 2
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Sludge, Stoner Rock |
| Anzahl Songs | 5 |
| Spieldauer | 44:32 |
| Release | 29.05.2026 |
| Label | Eigeneproduktion |
| Trackliste | Homunkoloss Kometenwein Muggroom Caravan Inazea Nachtigalloskop |
