Neopera - Destined Ways

Review

THERION – „Deggial“. Der erste Gedanke, der mir bei den anfänglichen  Klängen von „Destined Ways“, dem Debütalbum der Hamburger von NEOPERA,  siedendheiß in den Kopf schießt. Sicherlich gibt es schlimmere Referenzen oder Vergleiche, aber dennoch sollte man dem Projekt um NEOPERA-Bandgründer, Mastermind und DARK AGE-Gitarrist Jörn Schubert nicht zu schnell einen Stempel aufdrücken. Denn was NEOPERA dem Hörer vorsetzen ist eine durchaus recht eigenständige Interpretation des opernhaften und orchestergetragenen Symphonic Metal. Was gleich zu Beginn positiv auffällt ist, dass hier eine wirklich gelungene Symbiose aus schnelleren Powermetal-Riffs einerseits, sowie klassischer Orchestrierung und Arrangement andererseits, gelingt: Die Balance, die oftmals gezwungen und unausgeglichen wirkt, wenn Metal und Klassik sich begegnen, weil ein Part doch zu sehr dominiert, ist auf „Destined Ways“ gut gelungen. So findet man treibende Tracks, wie das eingängige „The Marvel Of Chimera“ oder das kraftvolle „Destined Ways“, aber auch schmachtende, balladeske Titel wie „Falling Water“ und „The Unspeakable“ und das musicalhafte „The Last Pantomine“.

Gänzlich überzeugen kann jedenfalls die musikalische Einzelleistung der Protagonisten (und –innen), angefangen bei der Gesangsabteilung von Bariton Thorsten Schuck und Sopranistin Nina Jiers, die wahrlich ein stimmliches Feuerwerk abbrennen. Auch die musikalischen Beiträge der GAMMA RAY-Mitglieder Henjo Richter und Dirk Schlächter, sowie Schuberts Gitarrenarbeit sind bemerkenswert hochklassig. Die Schwäche des Albums findet sich damit allerdings in den Songs selbst: Stellenweise wird die hauchdünne Linie zwischen Kitsch und Epik in den langsamen Songs für meinen Geschmack zu deutlich überschritten, nicht alle Songs haben die gleiche, hohe Qualität eines herausragenden „Error“ oder des bereits erwähnten „The Marvel Of Chimera“ und auch die immer wieder eingesetzten Growlparts sind durchaus gewöhnungsbedürftig: Aber hier kann man in den folgenden Werken ja noch nachjustieren – ein beachtenswertes Debüt ist NEOPERA mit „Destined Ways“ auf jeden Fall gelungen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Erstling für den vielbeackerten Symphonic Metal-Markt zwischen NIGHTWISH und TARJA nicht zehn Jahre zu spät kommt und NEOPERA ihren Stil weiter konsequent entwickeln können – wer sich in diesem Genre allerdings nicht satthören kann, greift zu.

26.08.2014

Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

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