Paatos - Timeloss

Review

Der Bekanntheitsgrad von PAATOS wächst und nach dem Erfolg von „Kallocain“ legt InsideOut das bislang offiziell nur in Schweden erhältliche Debüt „Timeloss“ neu auf. Petronella Nettermalm bezaubert mit ihrer nach Beth Gibbsons (Portishead) klingenden Stimme, deren Sänfte und Wärme sich wie ein Fabelwesen aus dem Fluss der Klänge erheben, um uns mit ihrem melancholischen Timbre in den PAATOS-Klangkosmos zu entführen. Leise und minimalistisch gehaltene Soundlandschaften glänzen durch Ideenreichtum – verträumte Kompositionen werden mit Jazz-Einflüssen, Elementen der nordischen Folklore, oder gar Drum n‘ Bass Parts geschmückt. Stilistische Vielfalt der einzelnen Songs, sowie ihre eher dunkle, durch hier und da eindringendes Licht erhellte, intensive, mysteriöse, gar unheimliche Atmosphäre machen dieses Album aus. Der elementare emotionale Ausdruck der Musik wird in einen Reigen von aufeinanderfolgenden Stücken gepackt. Der Hörer wird in eine Welt aus Ruhe, Schönheit und Zerbrechlichkeit versetzt, welche über die Vocals wunderbar transportiert wird. Die durchgehende Atmosphäre lässt den Zuhörer in eine Art akustischen Rausch verfallen, welcher die Geschehnisse der Außenwelt scheinbar auszublenden vermag. „Timeloss“ ist eine phantasievolle Veröffentlichung, voller Bilder, voller Gefühle, die durch ihr langsames Tempo einen Wohlraum entstehen lässt, dessen beeindruckendes Sounddesign eine komplexe Struktur erschafft, die erst nach mehrmaligem Hören durchdringt und man findet am Ende das wieder, was man zunächst vermisst hat: Emotionen…

12.12.2004
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