Painamp - Seraphim

Review

Abgehackt und unruhig eröffnet der Titeltrack „Seraphim“ dieses melodische Prog-Metal-Debüt und zeigt damit bereits die größte Schwäche von PAINAMP. Die Kompositionen stecken voller guter Ideen und sind insgesamt recht sauber arrangiert, dazwischen tummeln sich aber immer wieder exotischere Elemente und Electro-Anleihen, die nicht ganz sauber in die Songs eingebunden werden und dadurch oftmals störend wirken. Ein etwas runderes Klangbild hätte dem musikalischen Flow des Albums extrem gut getan.

Dennoch ist „Seraphim“ kein schlechtes Debüt. PAINAMP zeigen sich inspiriert und mit einem guten Händchen für melodische Strukturen, der Teufel steckt eben in den Details. Das nötige Engagement ist aber bereits vorhanden, denn in den Stücken steckt unüberhörbar eine Menge Herzblut, wodurch man sich echte Durchhänger erspart. Wie ernst es PAINAMP meinen, zeigt auch die Gründung des eigenen Labels „Omnium Music“, mit dem man zukünftig auch anderen Künstlern eine Plattform bieten möchte.

Die reichlich abstrakten Texte sind eher kurz und repetitiv gehalten. Obwohl vereinzelt sozialkritische Töne laut werden, bedienen sich PAINAMP dabei Elementen aus Fantasy und Science-Fiction. Aber obwohl in „Doom Of Love“ tatsächlich „fire“ auf „desire“ gereimt wird, vermeiden PAINAMP die meisten Klischees gekonnt und entwickeln ihre ganz eigene und durchaus ansprechende Lyrik. Zumindest hier sollte die Band sich ihre Ecken und Kanten in jedem Fall bewahren.

19.09.2010
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