Palace - The 7th Steel

Review

Wenn der Buckingham Palace nicht in London, sondern meinetwegen bei uns in Speyer stehen würde, stände unter Garantie eine Personenvereinzelungsanlage davor.
Was das ist? Das ist typisch deutsch! Ein Drehkreuz eben…

Das wäre mit Sicherheit der deutsche Beitrag zum verpflanzten Palast – etwas Blödes davorpacken, für das man dann eine noch blödere Beamtendeutsch-Bezeichnung finden kann.

Gut, dass PALACE  ihre deutsche Modifikation des ursprünglich aus dem noch immer Vereinigten Königreich importierten Metal sehr beamteninkompatibel gestaltet haben. Szenekompatibel ausgedrückt: Ihren siebenten Stahl (ratet, das wievielte Album der Band hier vorliegt) hat die Kapelle auf dem Teutonenamboss in ihrem eisernen Palast zu einer wahrlich treffsicheren Klinge  geschmiedet, die sich ohne viel Federlesen gleich in den Hörnerv aller Freunde klassischen Teutonic Metals hackt.

Dabei haben  ACCEPT und U.D.O. ganz arg Pate gestanden – oder sagen wir, den Hammer gegeben, während SINNER und/oder PRIMAL FEAR sich als Amboss zur Verfügung stellen.
Experimente sind dabei so sauber aus dem 7th Steel ausgeschmiedet worden, wie die Innovation erfolgreich plattgeklopft wurde.
Allerdings sollte man die auch vor dem Hintergrund der bisherigen Alben und des Anspruchs der Band nicht erwarten. Hier wird blitzsauberer Teutonenstahl fabriziert, der sich Trends ebenso erfolgreich verweigert wie stets darum bemüht ist, einen griffigen Refrain parat zu haben.

Die Schlagweite zu vorgenannten Formationen wird dabei zwar nicht immer zwingend hergestellt, Bock macht die Platte aber auf Grund des einfachen, aber nie zu simplen Songwritings, welches fast immer gleich auf den Punkt kommt und neben den genannten eingängigen Kehrversen auch mehr als ein starkes Riff zu bieten hat, allemal.

Genrefans müssen zuschlagen, andere sollten ein Ohr riskieren… der ein oder andere Refrain könnte sich darin verfangen…

01.10.2014
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