Pest Empire - Prophet

Review

In jedem gut sortierten Plattenladen gibt es dieses ganz dunkle, im hintersten Winkel des Raumes versteckte Eckchen. Es kommt einem so vor, als wäre sämtliche positiv angehauchte Energie verschwunden: Tod, Verderben und Elend machen sich breit. Und da steht sie, „Prophet“, die neue EP der in Speyer ansässigen Todesmetaller PEST EMPIRE.

Musikalisch vereinen PEST EMPIRE die Finsternis des Doom, den Hass des Black und die Brutalität des Death Metal. Es funktioniert, ohne Zweifel, doch gibt es eine immense Schwäche: der Band gelingt es nicht, auf den Punkt zu kommen. Mit acht bis fünfzehn Minuten Spielzeit pro Song und unzähligen Wiederholungen verpufft jeglicher Ansatz von Kompromisslosigkeit, die Riffs und die Lyrics wiederholen sich, sämtliche positive Arrangements werden einfach verschenkt. Wäre man in der Lage gewesen, „Prophet“ auf fünfzehn Minuten Gesamtspielzeit zu reduzieren, hätten wir es mit einer waschechten Kaufempfehlung zu tun, unter diesen Bedingungen reicht es allerdings nur für’s Mittelfeld.

Die nächste Frage, die ich mir stelle, ist, wie solch ausufernde Arrangements live funktionieren sollen, Langeweile vorprogrammiert, oder doch nicht? Eine Möglichkeit, dies zu testen, wäre das eigens organisierte Pest Fest II am 20.12.2014 in Ludwigsburg. Solch überzogen lange Songs, wie man sie auf „Prophet“ geboten bekommt, sind meiner Ansicht nach allerdings auch live zum Scheitern verurteilt.

 

21.10.2014
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