Riot City - Electric Elite

Review

RIOT CITY sorgten mit ihrem Debüt „Burn The Night“ 2019 für Aufsehen. Umso überraschender der Wechsel am Mikrofon. Cale Savy fokussiert sich nach dem Album auf das Gitarrenspiel, sodass Jordan Jacobs bereits bei den nachfolgenden Live-Shows, zum Beispiel auf der gemeinsamen Tour mit TRAVELER, das Mikro übernahm. Folglich ist auch auf „Electric Elite“ Jacobs an den Vocals zu hören und RIOT CITY zu einem Quintett angewachsen.

„Electric Elite“ – zweites Album, zweiter Sänger

Eine Band, welche gerade einmal das zweite Album veröffentlicht, aber bereits den zweiten Sänger präsentiert, klingt nach vielen Veränderungen und ständiger Fluktuation. Tatsächlich hat bisher nur der mittlerweile verstorbene Drummer Ty Gogal 2016 der Band den Rücken gekehrt, sodass von Fluktuation keine Rede sein kann.

Was hat das Quintett auf „Electric Elite“ gepackt? Während das Debütwerk vor allem vom Speed Metal geprägt war, setzt „Electric Elite“ auf Abwechselung und streift verschiedene metallische Spielarten, ohne den 80er Jahre Vibe zu verlieren.

Mit ordentlich Tempo und „Eye Of The Jaguar“ geht es los, Jacobs strapaziert seine Stimmbänder, die geschrienen hohen Tonlagen wirken nicht immer passgenau. „Beyond The Stars” startet den Streifzug durch den Heavy-Metal-Garten, Jacobs erhält beim Refrain Unterstützung im Background und die Nummer könnte so oder so ähnlich aus den 80ern stammen. Endgültig den Speed-Metal-Pfad verlässt „Tyrant“ mit galoppierenden Rhythmen, welche an die NWoBHM erinnern.

Das RIOT CITY an Variabilität gegenüber ihres Debütalbums zugelegt haben, unterstreicht “Ghost Of Reality”. Ein sich aufbauender Track, welcher nach circa 90 Sekunden das Tempo verschärft und im weiteren Verlauf variiert. Das Highlight der Scheibe haben RIOT CITY ans Ende gepackt. Epischer US-Metal über knapp zehn Minuten, „Severed Ties” setzt dem schon starken Output das Sahnehäubchen auf.

RIOT CITY klopfen an der Beletage des Heavy Metal

Im 80er Jahre Heavy Metal, welcher Bands wie IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST hervorbrachte, Akzente zu setzen ist nicht einfach. RIOT CITY zeigen mit „Electric Elite“ wie klassischer Heavy Metal anno 2022 klingen kann. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Genregrößen lässt sich nicht vermeiden, trotzdem erzeugt das Quintett ein Gefühl von Eigenständigkeit und Frische.

Ausfälle sind nicht auf „Electric Elite“ zu finden. Wenn überhaupt sind die hohen Tonlagen von Jacobs gewöhnungsbedürftig, ähnlich wie die Sirene von CIRITH-UNGOL-Sänger Tim Baker. Der Wechsel am Mikrofon hat sich bezahlt gemacht, ob Speed Metal, galoppierende Rhythmen in Richtung NWoBHM oder epische Töne: RIOT CITY scheinen sich in der jetzigen Bandbesetzung in allen Gefilden wohlzufühlen und lassen eine deutliche Weiterentwicklung zum Debüt erkennen. Menschen, welche im 80er Heavy Metal zu Hause sind, werden mit dem zweiten RIOT CITY-Output ihre Freude haben.

23.10.2022

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos

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