Ross The Boss - New Metal Leader

Review

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Für viele Metaller ist Ross Friedman alias ROSS THE BOSS der Inbegriff der Hochzeit von MANOWAR. Mal abgesehen von „Fighting The World“ war Ross an allen wirklichen Kultalben der True-Metal-Brüder beteiligt und nach seinem Ausstieg nach „Kings Of Metal“ begann der langsame, aber sichere (qualitative) Abstieg der einstigen Könige des Epic Metal. Dabei war der Gitarrist nie allein an Heavy Metal interessiert. Mit den DICTATORS gehörte er in den 70ern zu den Begründern des Punk Rocks, er versuchte sich darüber hinaus am Thrash, am Rock und sogar am Blues. Mit seiner Soloband macht er allerdings den Schritt zurück in die 80er als unverfälschter Metal angesagt war. Begonnen hatte alles mit einem Auftritt von ihm und Mitgliedern der deutschen Coverband MEN OF WAR bzw. IVORY NIGHT beim Keep It True-Festival, als man zusammen alte MANOWAR-Gassenhauer zum Besten gab und schließlich beschloss, dem Ganzen zu gegebener Zeit ein richtiges Album folgen zu lassen. Dies geschieht nun mit dem selbstbewusst (oder doch eher ironisch?) betitelten „New Metal Leader“, das sich vornehmlich klassischem 80er-Heavy Metal widmet, ohne wirklich altbacken zu klingen.

Um das letzte MANOWAR-Studioalbum in den Schatten zu stellen, bedarf es ja nun wirklich nicht viel, von daher ist „New Metal Leader“ allen MANOWAR-Fans zu empfehlen, auf der anderen Seite muss man auch klarstellen, dass ROSS THE BOSS mit diesem Album bei weitem nicht an die Glanztaten vergangener Tage heranreichen kann. Auch mit dem Terminus Epic Metal sollte man in diesem Fall vorsichtig hantieren, denn abgesehen von „God Of Dying“ und „Immortal Son“ sind die Stücke eher straight und knackig. Die genannten Songs bieten dafür aber alles, was man sich unter epischem Metal vorstellen darf: schwülstiger Gesang, dramatische Keys, sehr viel Abwechslung, elegische Gitarrenparts und entfesselte Refrains. Sicher nicht ganz so hochwertig wie die alten MANOWAR-Schinken, aber immer noch spitze. Und was gibts sonst: „Death & Glory“ ist ein pfeilschneller Uptempobrecher mit wunderbaren Leads, „I Got The Right“ und „We Will Kill“ sind zwei knackige, majestätische Songs mit typischen Shout-Refrains, „Matador“ besticht mit spanischen Gitarren, „Plague Of Lies“ hat mächtig Groove im Hintern und bei „Blood Of Knives“ darf sich die Meute die Lunge aus dem Leib schreien. Obendrauf gibts mit „May The Gods Be With You“ einen netten Partysong, der ebenfalls mehr als mitgrölkompatibel ist.

Die Begleitband von Ross macht ihren Job mehr als ordentlich, dies gilt insbesondere für Sänger Patrick Fuchs, auch wenn der gegen einen Eric Adams natürlich nicht anstinken kann. Ross selbst hält sich mit seiner Gitarrenwichserei angenehm zurück, hier und da gibts ein paar ausgiebigere Soloparts, aber das wars auch schon. Kritiker würden da vielleicht von mangelndem eigenen Stil sprechen, na ja… Insgesamt bietet „New Metal Leader“ für jeden etwas, die Scheibe unterhält, letztlich ist das Songwriting aber nicht hochklassig genug, um hier wirklich von einem Pflichtkauf sprechen zu müssen. Trotzdem ein gelungener Soloeinstand!

28.08.2008

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