Ryujin - Ryujin

Review

RYUJIN wurden 2011 als GYZE gegründet und veröffentlichten unter diesem Banner bereits vier Alben, zuletzt 2019 „Asian Chaos“. Und auch, wenn die Gruppe ihren Stil selbst „Samurai Metal“ nennt, so trifft es der Titel ihres letzten Albums unter altem Namen eigentlich ganz gut. Auf den ersten Moment bricht das selbstbetitelte Debüt unter neuem Namen recht chaotisch los, aber da versteckt sich noch mehr hinter dem von Matthew K. Heafy (TRIVIUM, IBARAKI) produzierten Kollektiv.

RYUJIN – Neuer Name, bekannte Musik

Schon unter altem Namen spielten RYUJIN eine Mischung aus Melodic-Death- und Power-Metal und das hat sich auch auf dem neuen Output nicht geändert. Ebenfalls dabei geblieben sind die Einflüsse japanischer Folklore, die dem Ganzen eine passende fernöstliche Note verleihen. Das Ganze klingt ein bisschen wie die japanische Antwort auf ENSIFERUM, wechseln sich doch Hochgeschwindigkeitspassagen mit melodischeren Zwischenspielen, rasende Gitarrenläufe und stampfende Beats miteinander ab. Die Texte sind dabei größtenteils auf Japanisch gehalten, was für unsere westlichen Ohren öfters mal ungewohnt klingen kann, hier aber zum Gesamtkonzept passt.

Produzent und Arbeitstier Matt Heafy hat es sich zudem nicht nehmen lassen, auf ganzen vier Songs als Featuregast dabei zu sein. Da seine Stimme sowieso fast überall reinpasst und er sowohl in Interviews als auch mit IBARAKI die Liebe zu seinem Geburtsland mehrfach zum Ausdruck bringt, sind die Features hier natürlich dementsprechend auch thematisch nicht weit hergeholt. Es wird hier aber nicht mit seinem großen Namen angegeben und sonst ist nichts dahinter, nein, RYUJIN verstecken auf ihrem Album einen Haufen Melodien, die es zu erkunden gilt.

Musikalisch muss man hier eine gewisse Bandbreite abkönnen, sind manche Songs recht reinrassige Folk-Death-Metal-Tracks mit japanischem Touch, so gehen andere, wie zum Beispiel „Scream Of The Dragon“ in ihrem Refrain in den vollen Anime-Intro-Modus, nur halt eben mit Metal-Fundament. Wirkt erst einmal ziemlich verrückt, entfaltet aber auch eine ziemliche Sogwirkung.

„Ryujin“ – Wiedergeburt oder Fortsetzung?

Der neue Bandname leitet sich vom japanischen Drachengott des Meeres ab und steht für Neuanfang wie für Fortsetzung. Ob es diese Frischzellenkur der Japaner nun gebraucht hat, muss sich zeigen, allerdings legen sie mit ihrem selbstbetitelten Debüt unter dem neuen Namen ein wirklich vielseitiges, spannendes und rasantes Werk vor, das nun statt der Krönung des bisherigen Schaffens eben als absolut starker Beginn gesehen werden kann. Mal schauen, wie sich RYUJIN mit diesem Album weiter oder anders etablieren werden.

05.01.2024

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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