Sallow Moth - Hydrophilous Brood
Review
Hinter SALLOW MOTH steckt in erster Linie Garry Brents, ein emsiger US-amerikanischer Multiinstrumentalist, der inzwischen in Texas lebt und unzählige weitere Projekte betreibt, die gleich mehrere musikalische Sektoren umspannen. Die meisten davon eint, dass es sich dabei um Ausprägungen handelt, die vergrößerten Wert auf die Wirkung der Musik legen (Post Rock, Sludge, Doom, Electronica). Die hier behandelte Variante ist im letzten Jahr mit Drummer Allen Gingerich (u.a. TOMBSEEKER) auf ein Duo angewachsen und entlädt sich mit „Hydrophilous Brood“ bereits zum dritten Mal zu einem vollwertigen Album.
Angesichts des musikalischen Backgrounds des Masterminds, verwundert es wenig, dass Brents den Begriff des Progressive Death Metal merklich auslotet. „Nebulous Appendages Of Vacillant Seafoam“ beginnt dabei noch vergleichsweise klassisch. Die direkte thematische Anknüpfung an das Vorgängerwerk „Mossbane Lantern“, welche sich um die entrückten Lebewesen dreht, die aus dem im zuvor behandelten Transformationsportal entsteigen, ist zuvorderst brutal und auf einem anspruchsvollen technischen Level. Immer mal wieder schüttelt sich Brents sagenhafte Riffs und Tempowechsel aus dem Ärmel, die manchmal an den Wahnwitz von CEPHALIC CARNAGE oder DECREPIT BIRTH erinnern.
Dadurch dass sich die Ausdehnung des Stils nicht ausschließlich auf virtuoses Riffing kapriziert, sondern man auch subtil über den Tellerrand schaut, erzeugt „Hyprophilous Brood“ phasenweise eine extraterrestrische Erfahrung aus rätselhaften aquatischen Trips, das in den besten Momenten ähnlich wirkungsvoll gelingt, wie den Spaniern WORMED. Das gelingt aber nicht gänzlich, denn manchmal verrennen sich SALLOW MOTH auch ein wenig, wie zum Beispiel im Abschlusstrack „Serene Aqueous Leech“, bei dem Brents & Gingerich mit Hilfe von Ola an der Trompete fast schon auf BLOOD INCANTATION machen und damit einen recht brüchigen Cut herstellen.
Zusammenfassend haben Willowtip mit diesem nordamerikanischen Duo einmal mehr ein gutes Händchen bewiesen, denn gerade Bandkopf Garry Brents scheint ein sprudelnder Ideenbrunnen zu sein. „Hydrophilous Brood“ ist, trotz kleinerer Schwächen, ein No-Brainer für Liebhaber brutalen Death Metals mit kompositorischem Anspruch und außerweltlicher Atmosphäre.
Sallow Moth - Hydrophilous Brood
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Brutal Death Metal, Technical Death Metal |
| Anzahl Songs | 8 |
| Spieldauer | 38:31 |
| Release | 24.07.2026 |
| Label | Willowtip Records |
| Trackliste | 01. Nebulous Appendages Of Vacillant Seafoam (04:51) 02. Distended In Panglacial Advent (05:03) 03. Driftmoth Vivisector (03:57) 04. Biohybrid Virulence (04:50) 05. Arcane Benthic Umbilicus (05:33) 06. Polymorphic Gnaw (05:02) 07. Hydrophilous Brood (04:14) 08. Serene Aqueous Leech (05:01) |
