Scorefor - Three Chord Symphony

Review

Wenn im Melo-Punk die Schnulligkeit im Schrank bleibt und nicht versucht wird, sich mit ganz flachen Popsongs in die Herzen der Möchtegern-Rocker zu schleimen, kann dieser Sound auch heutzutage noch ’ne feine Sache sein. Gurkentruppen wie GOOD CHARLOTTE haben die Chose noch nie geblickt, und an diesem Zustand wird sich auch im Leben nix mehr ändern; die Deutschen SCOREFOR hingegen hatten den richtigen Dreh schon immer sehr gut raus, und genau daran knüpfen die Jungs auch mit ihrem dritten Album „Three Chord Symphony“ an.
Stilistisch orientiert sich das Quartett nicht an der kommerziellen Hochzeit des Genres, als die Höher-schneller-galoppierender-Devise galt, sondern an den folgenden Phasen, als viele Bands ordentlich auf die Bremse gestiegen sind. Und mit dieser Ausrichtung rutschen den Burschen schöne Hits von der Rampe, wie der gemäßigt rockende Opener ‚110%‘, das flottere ‚Sit And Wait‘, die Hymne ‚A Simple Difficulty‘ und die sehr geilen ‚Can’t Wake Up‘ und ‚United‘. Mit diesen angenehm unpeinlichen Songs sind SCOREFOR nationaler Konkurrenz des Kalibers DONOTS mindestens einen Schritt voraus. Vor allem haben sich die Burschen im Vergleich zu ihren Landsleuten – wahrscheinlich auch aufgrund eines geringeren Produktionsbudgets – genügend Ecken und Kanten bewahrt.
Das alles macht „Three Chord Symphony“ zu ’ner coolen Platte, und weil der Vierer absolut souverän agiert, kann er es sich auch erlauben, Nummern wie ‚Place Your Stake‘ und ‚No Matter What You Do‘ im hinteren Teil des Drehers zu platzieren; Blender-Combos würden diese Tracks garantiert schon am Anfang verbraten. Real-Melo-Punk-Fans und Freunde von MILLENCOLIN sollten reinhören!

01.03.2006
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