Shaark - Promo 2002

Review

Jeder Koch hat immer folgendes im Kopf, wenn er seine Menüs zubereitet: Das Auge isst stets mit. Eine Lasagne kann noch so gut schmecken. Wenn sie aussieht, wie schon einmal verspeist, überlegt man sich zweimal, ob sie genießbar ist. Deswegen habe ich mich anfangs auch nicht getraut, SHAARKs „Promo 2002“ anzurühren, denn das Äußere verspricht keine gehobene Qualität. Aber wie es im Leben so ist, man wird ab und an zum Glück positiv überrascht. Die Tschechen haben sich nämlich am Buffet der Großen der Szene ein schmackhaftes Tellerchen aufgehäuft. Dabei bediente man sich reichlich bei folgenden Speisen: ein Löffel ältere SEPULTURA (thrashige Grundstimmung), eine Portion NAILBOMB (Simplizität des Riffings) und oben drauf noch zwei, drei Schöpfkellen HATEBREED (fette Groove- und Moshcore-Parts). Als Gewürze dienen Vocals mit folgenden Geschmacksrichtungen zum Abschmecken: SUICIDAL TENDENCIES (rotzig-melodiös), MACHINE HEAD (thrashig-brutal) und PRO-PAIN (hardcore-prollig). Am besten mundet dieses Menü, wenn es mit voller Geschwindigkeit die Speiseröhre hinabrinnt und dumpf-heftig in den Verdauungstrakt knallt. („Fire“, „K2 (Vertical Limit)“). Einzig „One Second After“ entfaltet einen etwas drögen, schalen Nachgeschmack, da der Koch hier noch einen Teelöffel Pseudo-Neo-Thrash-Gitarrengequietsche beigemischt hat. Aber ansonsten ist „Promo 2002“, auf deren Basis übrigens in Kürze SHAARKs bereits viertes Studioalbum entstehen soll, ein kräftiges und wegen einer ausreichend kalorienhaltigen Produktion auch nahrhaftes Mahl geworden, bei dem eben nur das Auge des Konsumenten mal wegsehen sollte. Gespannt auf die nächste Full-Length der Osteuropäer, bei denen u.a. R.A.D. von HYPNOS an der Klampfe aktiv ist, bin ich jetzt auf jeden Fall.

13.08.2003
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