She Said Destroy - Bleeding Fiction

Review

Die Norweger SHE SAID DESTROY melden sich nach ein paar Jahren Abstinenz mit ihrer neuen EP „Bleeding Fiction“ zurück und legen dabei ein Stück Musik vor, das sich gewaschen hat. Irgendwo zwischen Post-Metal, Death Metal und Sludge kann man das einzige enthaltene, knapp 26 Minuten lange, Stück Musik namens „Bleeding Fiction“ einordnen.

Anfangs recht verhalten und leise beginnend, baut sich der Song unaufhaltsam auf, um sich als gewaltiger Sturm über einem zu entladen. Sobald die ersten heftigen Wogen über den Hörer hereinbrechen, werden recht schnell Erinnerungen an THE OCEAN zu Zeiten von „Precambrian“ oder auch KLONE wach. Zwar versuchen die Musiker recht eigenständig zu agieren, aber dies gelingt ihnen nicht immer zu 100 %. Es ist zwar zu viel des Guten, SHE SAID DESTROY als billige Kopie abzustempeln, aber irgendwie hat man immer das Gefühl, dass die Norweger teilweise im Schatten des Berliner Kollektivs stehen. Ein weiterer, kleiner Kritikpunkt ist, dass „Bleeding Fiction“ auf seine gesamte Spielzeit doch ein wenig langatmig wirkt, was aber in Anbetracht eines solchen Mammut-Stücks nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Vielleicht ist es auch einfach der falsche Moment, um mit dieser Band den ersten Kontakt zu haben. Aber letztendlich sollen all diese Kritikpunkte nicht darüber hinwegtäuschen, dass SHE SAID DESTROY mit „Bleeding Fiction“ ein wirklich gutes Werk abgeliefert haben, das einen wahrlich zu fesseln weiß. Massive Gitarrenwände drücken nur so auf den Hörer ein und erschaffen mit dem charismatischen Gesang von Frontmann Anders ein tief gehendes Hörerlebnis, das einen sicherlich nicht mehr so schnell loslässt. Sobald sich der Hörer auf diese musikalisch Reise einlässt, wird er auch entsprechend dafür belohnt.

Auch wenn SHE SAID DESTROY mit „Bleeding Fiction“ nicht ganz eigenständig klingen und vielleicht ein wenig mit der Monotonie zu kämpfen haben, so heben sie die Musiker immer noch vom Groß der Bands ab. Diese EP ist emotional, tief und einnehmend. Das muss man erstmal schaffen! Bei all den kleinen Kritikpunkten dürfen die Musiker in Zukunft gern nochmal Hand anlegen, dann steht einem hoffentlich baldigen Full-Length-Album nichts mehr im Wege!

23.02.2012
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