Streamer - Into The Void
Review
STREAMER (Alter: STREAMER? Ernsthaft?) aus Spanien gewähren auf ihrem dritten Album einen Blick „Into The Void“. Die große Leere mit den bewährten Eckpfeilern Nihilismus, Misanthropie und Depression offenbart sich dort jedoch nicht.
STREAMER folgen vielmehr der unantastbar ehrenwerten Lehre des traditionellen Heavy Metal: Sie besingen die Dunkelheit, aber es ist alles ein großes Abenteuer. Sogar feiern ist erlaubt. Auffällig ist an „Into The Void“ allerdings schon deren eher dunkle Grundierung. Ihr geht es nur nachrangig um irgendeine Rückbank und die damit verbundenen Verheißungen. Die NWOBHM-Version der Katalanen hat häufiger den nächtlichen Friedhof und die zwielichtigen Kirchenbänke in seinem Rücken im Visier. Sie setzt auf Atmosphäre.
„Into The Void“ betont das Dunkle der NWOBHM
Gleich zu Beginn gibt es Glocken, Regen und eine getragene, eine mutmaßlich unheilige Melodie. Damit ist der Weg vorgezeichnet: Die MAIDEN-Grundsubstanz befreien STREAMER überwiegend (siehe unten) vom DEF-LEPPARD-Tageslicht-und-Testosteron-Element. Was sie großzügig anreichern, sind die nächtlich-bösen MERCYFUL FATE-Splitter. Anders als KING DIAMOND (oder Meister Cagliostro von ATTIC) greift der Frontmann nicht zum Falsett. Die Ähnlichkeit des nur handelsüblich hohen Gesangs liegt eher in der grundsätzlichen Intonation und der dramatischen Anlage vieler Songs. Empfohlen sei zur Illustration zuvorderst das sinistre „No Turning Back“: Auch ohne mehr zu verstehen als Lyricfetzen wie „Realm Of Darkness“, ist man nach dessen Genuss auf der Stelle bereit, wichtige persönliche Seelenelemente zu Opfern. Auch „The Day That Barchinona Died“ ist eine amtliche Ansage.
STREAMER halten die Stimmung allerdings nicht
Die Stimmung ist allerdings gefährdet. Nicht alle Songs betreiben ihr Geschäft abseits des Lichts. Die Gangshout-Party-Hymne „Rock All Around“ setzt gar den guten alten QUIET-RIOT/SCORPIONS-Ansatz der Breitbeinigkeit faustschwingend in die Mitte von „Into The Void“. Das ist eine ausgewachsene Herausforderung: Gerade ist man noch grimmig die Treppe zur unterirdischen Gruft runter, Messer im Anschlag – und dann ist das da unten der Backstage-Raum der jungen SKID ROW? „Wanted Head“ hat wiederum etwas von frühen, nicht überdrehten HELLOWEEN. Merke: Abwechslung ist nicht verkehrt. Feeling-flexibel sollte man bei STREAMERs Dritter aber sein.
Abgesehen davon ist „Into The Void“ der gar nicht mehr so jungen Spanier eine souveräne Veranstaltung. Wer von im guten Sinne professionell zelebriertem klassischen Metal mit doppelten Leadgitarren all überall niemals genug bekommen kann, der und die ist hier gut aufgehoben. Zumal das Cover jede Anrichte des Abseitigen zierte.
Streamer - Into The Void
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | NWoBHM |
| Anzahl Songs | 10 |
| Spieldauer | 42:30 |
| Release | 16.10.2026 |
| Label | High Roller Records |
| Trackliste | 1. Almanzor 2. The Day That Barchinona Died 3. No Turning Back 4. Never Said Goodbye 5. Falling Again 6. Rock All Around 7. Insane World 8. Wanted Head 9. Liar's End 10. Into The Void |