Supuration - Cube 3

Review

Die 1990 gegründete Death-Metal-Band SUPURATION war mir bislang nur in ihrer späteren Inkarnation SUP bekannt, die seit Mitte der Neunziger für recht eigenwilligen und progressiven Metal stand, der nur noch rudimentär mit Todesblei zu tun hatte. SUPURATION wurde aber nie aufgelöst, und da sich die Band das komplette Line-Up mit SUP teilt, stellt sich natürlich die Frage, wie sich beide Gruppen stilistisch voneinander abgrenzen. SUPURATION gehen vielleicht etwas heftiger zu Werke, die Riffs sind härter und der gedoppelte Grunzgesang überwiegt, während der so prägende, aber auch immer etwas limitierte Klargesang in den Hintergrund rückt. Offensichtlich wird SUPURATION aber eh nur alle zehn Jahre für ein neues Album reaktiviert, denn mit „Cube 3“ (bzw. „Cu3e“) erscheint nun der dritte Teil einer Trilogie, die mit „The Cube“ (1993) und „Incubation“ (2003 – man beachte die Erscheinungsjahre der Alben) einst begonnen und fortgeführt wurde.

Viel wichtiger ist aber natürlich die Frage, ob „Cube 3“ originell ist und etwas taugt oder nicht. Ersterer Punkt kann ohne Einschränkung bejaht werden, was vor allem an der interessanten Rhythmik sowie am Wechselgesang (Grunz vs. Klar) liegt. Schwieriger ist es da schon, die zweite Frage zu beantworten: Der Stilmix ist originell und die Band (wenn man von SUPURATION und SUP von einer Band spricht) hat über die Jahre ihr eigenes musikalisches Profil entwickelt. Allerdings ist die Musik auf „Cube 3“ nicht durchgehend so spannend, wie man es sich wünschen würde – der Balanceakt zwischen Trademarksound und gepflegter Langeweile gelingt leider nicht immer. Viele der Stücke, wie der Opener „Synergy Awakes“ oder „The Disenthrall“, werden durch das Schlagzeug ordentlich angetrieben, aber gerade zum Ende hin verzetteln sich die Franzosen einfach zu sehr in ihren manieristischen Klanggebilden: „The Delegation“, „The Flight“ oder „The Climax“ klingen vielleicht ungewohnt, kommen dabei aber kaum von der Stelle – selbst wenn die Gitarren mal todesbleierne Schwere auffahren. Und am Ende erinnert man sich halt mehr an den Sound an sich als an einzelne Songs. Somit kann man „Cube 3“ nicht gerade bescheinigen, ein Überalbum zu sein, selbst wenn man Band und Album positiv aufgeschlossen sein sollte. Deshalb leider nicht mehr als ordentliche sechs Punkte.

21.02.2013

- Dreaming in Red -

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