The Fifth Alliance - Stenahoria

Review

THE FIFTH ALLIANCE aus den Niederlanden haben inzwischen ihren Weg gefunden. Von zielloser Dissonanz und gleichförmigen Vocals, wie es im Rahmen von „Death Poems“ moniert wurde, könnte das Quintett dieser Tage kaum weiter entfernt sein, was der neuste Output, „Stenahoria“ eindrucksvoll beweist. Zum Vorgänger „The Depth Of Darkness“ hatte sich Sängerin Silvia enorm gesteigert und eine zentrale Rolle im musikalischen Kosmos der Band eingenommen. Inzwischen ist sie nicht mehr dabei und man hat Ersatz in der nicht gänzlich unerfahrenen Natalya Thelen (Ex-YANTAS) gefunden, welche die gebotene Bandbreite nochmals auf ein neues Level hebt.

Hornbrille und Rotwein-Stimme

Schon den Opener „Phoenix“ beehrt sie mit ihrer kraftvollen Rotwein-Singstimme, die für diese düsteren Einsatzorte zunächst beinahe etwas zu anmutig wirken mag, sich aber im Laufe des Albums perfekt ins Gesamtbild eingliedert. Dies konterkariert sie mit starken Screams zwischen Black Metal und Hardcore, die ein wenig an Lina von PREDATORY VOID erinnern. Die vielschichtigen Arrangements mit sphärischen Schwarzmetall-Riffs, eingekleidet in Hornbrille und Chucks, und einem post-rockigen Ausdruck von Dunkelheit und Tristesse funktionieren bis zur Hälfte auch ohne großen Doom-Anteil.

Dieser schleicht sich erst wirklich mit den Stücken „Battle Of Barnet“ und dem abschließenden „Jakob“ ein. Hier kommen THE FIFTH ALLIANCE aus schwerfälligem Aufbau, lassen sich eine Menge Zeit und schaffen damit auch gewaltigen Nachdruck. Auch unter diesen Bedingungen mit zurückgefahrenem (Post-)Black-Metal-Anteil funktioniert „Stenahoria“ ausgesprochen gut und bietet sowohl Raum zum Fallen lassen, als auch genügend Elemente, die sich erst nach und nach auftun.

Intensiver Gefühlsausbruch

Trotz prächtiger Entwicklung von Ex-Sängerin Silvia, ist die Neubesetzung eine absolute Bereicherung für das breite Theater, auf dem THE FIFTH ALLIANCE ihre intensiven Gefühlsausbrüche darbieten. Irgendwo zwischen typischem Benelux-Sound dieser Art (siehe zum Beispiel AMENRA), zeitgenössischem Post-Black-Metal und einem Doom-Querverweis hat der Fünfer mittlerweile die passende Nische gefunden, die „Stenahoria“ erneut mit tiefem Leben füllt. Für diesen Wirkbereich ist das vierte Album der Niederländer erneut eine kleine Perle.

24.05.2026
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