The Fright - The Fright

Review

Das Cover ziert die gruselig verzerrte Screammaske (hier in einer Abwandlung mit Teufelshörnchen), das Album selbst nennen sie nach ihrem Bandnamen schlicht „The Fright“ und dann warnt auch noch der altbekannte Qualitätshinweis „Parental Advisory“ vor „explicit content“ – keine Frage, THE FRIGHT aus Jena möchten mit ihrem neuen, mittlerweile dritten Album Angst und Schrecken verbreiten. Dachte ich jedenfalls.

Nein, ganz so gruselig geht es auf „The Fright“ dann doch nicht zu, denn das Quartett zelebriert Horrock’n’Roll und keine Metzgerschau. Also Musik, die ganz in der Tradition des frühen DANZIGs Glenn liegt: Rockig, recht simpel gestrickt, düster, sleazy. Gitarre, Schlagzeug, Bass, Gesang und Backgroundchöre. Und das gelingt den vier Mittzwanzigern auch recht souverän: Wie sie gute und eingängige Songs zusammenstricken müssen, wissen die Jungs. Immerhin musizieren sie schon seit zehn Jahren zusammen, und „The Fright“ ist bereits ihr drittes Langeisen.

Andererseits packen mich die ersten Tracks gar nicht: Irgendwie klingt das nicht tight und zwingend genug, was vielleicht an der etwas drögen Produktion liegen mag – live dürften die Tracks um einiges schmissiger rüberkommen. Fast scheint es, als hätten THE FRIGHT erst mit ihrem fünften Track („Beloved Night“) ihre normale Betriebstemperatur erreicht: Hier zeigt sich der Vierer rockig und melodisch zugleich, und auch Sänger Lon agiert wesentlich variabler und sicherer als zuvor. Bei „Alive & Dead“ klingt er gekonnt nonchalant, und beim hymnischen Rocker „Midnight Revolution“ manövriert er seine Stimme sogar fast in diese Danzig-typischen Tonlagen. Punkt für THE FRIGHT. Und da auch sonst das Songmaterial abwechslungsreicher wird (vom straighten Rocker bis hin zur Powerballade „Believe In Angels“ ist vieles dabei), zeigt der Daumen am Ende doch leicht nach oben.

Wie gesagt, den Beginn der CD fand ich eher unspektakulär, und mit einer etwas besseren Produktion, die die vorhandenen Unsicherheiten (Gesang und Chöre, Leadgitarre) ausbügelt, würde das Album gewiss noch mehr Spaß machen. Vielleicht gehört das aber auch mit dazu. Jedenfalls bietet das Album über weite Strecken gute Unterhaltung – oder Horror Glam Rock’n’Roll. Zumindest aber völlig ungruselig, und das ist hier durchaus positiv zu verstehen. Knapp…

14.05.2012

- Dreaming in Red -

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