- The Dark Overlords Of The Universe

Review

THE GHOULSTARS brauchen mit „The Dark Overlords Of The Universe“ eine gute halbe Stunde zwischen Metal und Punk, um zu beweisen: Monster > Menschen. Sie sind nämlich cool. Du dagegen bist es nicht. Du hast noch kein Gehirn gegessen oder aufgegeben. Noch nicht.

Denn, um es so einfach wie möglich zu formulieren: Es ist anzunehmen, dass das ernstgemeinte Auswendiglernen des Debütalbums der monströsen nichtmenschlichen Finnen zu einer seriösen individuellen Aufwertung führen kann.
Mit anderen Worten: Wenn du „Too Ghoul For School“, den Hit des Albums, im Walkman schon vor der Ersten zum Ohrwurm des Tages züchtest, eröffnest du dir damit verwegene Perspektiven. „Do you, do you wanna bite like a piranha, enjoy a meal of humanary stew? Oh baby, baby let’s get crazy, start a fire in the locker room!“ Andere Jugendliche und Personal im Blutrausch verschlingen ist ja das Eine. Aber dann auch noch die Umkleide anzünden, das trauen sich die wenigsten. Geschweige denn, Letzteres wäre bildlich zu verstehen …

„The Dark Overlords Of The Universe“ ist lehrreich

Hier gibt es etwas zu lernen. Und das wird in den folgenden Songs nicht anders, zumal es im Detail durchaus abwechslungsreich in der Horror-Hitparade zugeht. „The Dead In Purgatory“ pfeift ziemlich wortwörtlich das Lied vom Tod, Slap-Bass inklusive, und buchstabiert V-O-L-B-E-A-T deutlich abweichend von der herkömmlichen Schreibung als C-O-O-L, also eher in Richtung DEMENTED ARE GO.
Im Titelsong „The Dark Overlords Of The Universe“ imitiert im cheesy Refrain plötzlich Udo Dirkschneider Michael Kiske oder andersherum, während im Hintergrund der eigene Zombie-Rottweiler das Trällern des Herrchens nachbellt. Und „The Wolfman“ klingt wie entschärfte THE HAUNTED, die sich (leidlich erfolgreich) an Punkrock vergreifen.
„Vampire“ deutet gar ein schleifendes Mittlere-Phase-DARKTHRONE-Riff an.
Und „They Dance Upon Our Graves“ buddelt nach anfänglichem Zwinkern in Richtung MINISTRYs „N.W.O.“ in den letzten Sekunden ein Schweden-Death-Metal-Riff aus dem Friedhofsboden und beendet das Album so angemessen tödlich.

THE GHOULSTARS weisen dich vielleicht zur Coolness

Kurzum: Es macht schon blutigen Spaß, was Markus „Daddy Ghoul“ Laakso (Gitarre) und Toni „Ghoulio“ Ronkainen (Drums) von KUOLEMANLAAKSO, Arthur „LL Ghoul A“ Thure (Vocals, THERMATE) und Markus „Hella Ghoul“ Makkonen (Bass, HOODED MENACE) hier unter dem Banner THE GHOULSTARS und der Leitung von V. Santura (TRIPTYKON) fabriziert haben.

Wenn du den Frühling (oder jede andere Jahreszeit) also mit sonnig strahlender Gute-Laune-Dunkelheit des Todes beschallen willst, bist du hier richtig. Mit einem catchy-ghouly Album an punked-up Metal, veredelt durch diverse Samples aus stolz unter dem Ladentisch gehandelten VHS-Tapes. Mit einem Album, dass dich vielleicht sogar die Außenbereiche der Coolness am Horizont erahnen lassen wird.

Realistisch bleiben.

08.05.2026
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