The Modern Age Slavery - Damned To Blindness

Review

Italien ist, zumindest für mich, noch ein unbeschriebenes Blatt in Sachen Deathcore. THE MODERN AGE SLAVERY schicken sich an, das zu ändern und präsentieren uns ihren ersten Langspieler „Damned To Blindness“. Dass der Anteil an Core wirklich verschwindend gering ist, wird zu Gunsten der Vermarktungsstrategie natürlich nicht erwähnt. Bis auf die immer wiederkehrenden Breakdowns, bekommt man nämlich astreinen technischen Death Metal der derberen Sorte.

Ziemlich vertrackt wird zu Werke gegangen und THE MODERN AGE SLAVERY verliert sich immer wieder einmal im Dickicht aus rasender Brutalität, technischen Kabinettstückchen und chaotischen Songstrukturen. Die Kompositionen sind bis zum Rand voll gestopft mit teils sehr guten eingängigen Ideen (z.B. der Titeltrack oder das griffige „Drop By Drop“) und zum anderen Teil mit beliebiger Stangenware, die keinen Raum für Überraschungsmomente bietet. Bis auf kurze, unablässig groovende Propeller-Mosh-Parts, pendeln die Italiener beständig zwischen düsterem Double-Bass-Sperrfeuer und heftigen Blast-Attacken hin und her. Es findet sich kaum ein Moment, indem man kurz Luft holen kann, ohne dass das ständige Gemetzel einen an die Wand drückt. Wobei sicherlich auch die drückende, glasklare Produktion zu diesem Eindruck einen Löwenanteil beiträgt.

Bei all der Komplexität und Virtuosität bleibt leider kaum ein Song wirklich hängen, auch wenn ich THE MODERN AGE SLAVERY ein gewisses Potential nicht absprechen möchte. Nur scheint es, dass hier und da ein frickeliges Riff weniger mehr gewesen wäre.
Wie es anders geht und man lässigen Groove mit Eingängigkeit und Brutalität verknüpft, zeigt das abschließende ENTOMBED Cover zu „Wolverine Blues“. Ein astreiner Rausschmeißer!

Das Potential ist da. Jetzt gilt es, dieses nur noch wirkungsvoll(er) einzusetzen. Auf jeden Fall sollte man die Italiener weiterhin im Auge behalten.

03.12.2008
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