The Solitude - The Sound Of Absent Light

Review

THE SOLITUDE wurden ursprünglich 1993 unter dem Namen SOLITUDE von Schlagzeuger Janne Parviainen (ENSIFERUM, SATANIC NORTH, ex-SINERGY) gegründet. Die damalige Intention war, nomen est omen, eine Hommage an CANDLEMASS zu machen. Damals war noch Sänger Ville Tuomi (KYYRIA, RASKASTA JOULUA) bei den Finnen dabei. So richtig kamen die Doomster aber nicht aus dem Quark und lösten sich sang- und klanglos wieder auf, um sich nun aus der Asche zu erheben.

THE SOLITUDE erheben sich aus der Asche

Inzwischen ist aus THE SOLITUDE eine richtige Band geworden. Gitarrist Mika „Gas Lipstick“ Karppinen (ex-HIM, KYYRIA, HALLATAR), Sänger Aleksi Parviainen (SOULCAGE, MALPRACTICE, NORTHERN KINGS) und Bassist Ville Pelkonen (ex-JIMSONWEED) haben sich Parviainen angeschlossen. Als Hauptsongwriter fungieren Aleksi und Gus, der nach Jahrzehnten als Drummer nun wieder zurück an sein erstes Instrument, die Gitarre, gewechselt ist.

Das Debütalbum „The Sound Of Absent Life“ wurde von der Band innerhalb von 10 Stunden live auf Analogband in den Finnvox Studios aufgenommen und selbst produziert. Gemischt von Hiili Hiilesmaa (HIM, AMORPHIS) und gemastert von Mika Jussila (MOTÖRHEAD, STRATOVARIUS, NIGHTWISH). Der Sound von „The Sound Of Absent Life“ ist roh, organisch, lebendig, echt. Passend zum Epic Doom Metal, den THE SOLITUDE zelebrieren.

THE SOLITUDE zelebrieren Epic Doom Metal

Trauer, Glaube, Verlust, dunkle, tieftraurige Emotionen bilden die lyrische Basis der persönlichen Geschichten des Albums. Der elegische Epic Doom Metal von THE SOLITUDE ist zutiefst klassisch und wirkt authentisch. Die Überzeugungstäter blicken zurück auf die Urväter des Genres: CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SOLITUDE AETURNUS, SAINT VITUS wie COUNT RAVEN und TROUBLE, all diese Einflüsse sind auf „The Sound Of Absent Life“ allgegenwärtig. Da gibt es natürlich viele Gemeinsamkeiten mit SORCERER und CRYPT SERMON.

Langsam und schwer, emotional eindringlich mit prägnanten, monumental kraftvoll zelebrierten Heavy-Riffs, geschmackvoll melancholische, melodische Moll-Leads, gefühlvoller Gesang in der Schnittmenge von, war klar, Messiah Marcolin und Tony Martin, und diese Extraportion Drama und dezenter Pathos in weitläufigen, episch erhabenen wie atmosphärisch Klanglandschaften. Charme und Patina der späten Achtziger und frühen Neunziger, getragen ins hier und jetzt.

Charme und Patina

„Ruins Of The Fallen Stars“ eröffnet „The Sound Of Absent Life“. Das ist der erste eigene Song, den THE SOLITUDE jemals geschrieben haben, und auch das erste Stück, das für das Album im ersten Take aufgenommen wurde. Ausgeprägt melancholisch getragene Gesangslinie, episch eindringliche Riffs und schleppende Rhythmen, fein kontrastierendes Soli, bedrückende Atmosphäre. THE SOLITUDE suhlen sich im Doom. Im beklemmenden „Deny The Sun“ steht die dramatische Stimme von Aleksi im Fokus, der hier dynamisch zwischen ruhig einschmeichelnd bis intensiv aufwühlend wechselt.

Weitere Höhepunkte auf „The Sound Of Absent Life“ sind das eindringliche, neuneinhalbminütige „Beneath The Fallen Leaves“ mit seinem magischen Gesang, in den Strophen tieftraurige Melodien und dichtes Bassspiel, das schwere wie theatralische, klanglich weitläufige „Requiem“ sowie der quasi CANDLEMASS-Signature-Track „Evil Needs Release“ mit dominanter, grooviger Basslinie und klassischere Rock-/Blues-Texturen. In „He Who Previals“ erlaubt sich die Rhythmussektion eine wildere Herangehensweise und bildet damit einen guten Kontrast zum klagenden Gesang, während „Bride Of Misery“ durch den besonders intensiven Refrain besticht. Es doomt gewaltig!

Es doomt gewaltig

THE SOLITUDE bringen dem Epic Doom Metal zwar keine neuen Ansätze, zelebrieren aber als offensichtliche Überzeugungstäter ihre elegischen, emotionalen Klänge auf konstant starkem Niveau. Die Finnen bieten guten, atmosphärisch dichten wie fesselnden Epic Doom, der insbesondere Genrefans ansprechen sollte.

 

02.04.2026

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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