Thronehammer - Slay | Kill | Erase
Review
THRONEHAMMER sind eine der vielseitigsten Doom Metal-Bands der vergangenen Jahre. Insbesondere „Incantation Rites“ und „Kingslayer“ sprengten die Grenzen des Genres. Nun steht mit „Slay | Kill | Erase“ der Nachfolger in den Startlöchern. Und was für ein Brocken an Album!
Ein Brocken an Album
Hier wird nicht in kleinen Dimensionen gedacht: Stattliche 74 Minuten Spielzeit verteilt auf acht Songs, die Hälfte der Stück mit über 10 Minuten Länge, sind eine Ansage. Und THRONEHAMMER-Doom sowieso. Jedes neue Werk der deutsch-britischen Brachialgewalt in Sachen Doom ist geprägt von einer erkennbaren Weiterentwicklung, eine neue Herausforderung, der es mit Geduld und einer Extraportion Aufmerksamkeit zu begegnen gilt.
THRONEHAMMER – Brachialgewalt in Sachen Doom
Die charakteristisch monumentale Schwere des ursprünglichen klassischen Epic Dooms ist geblieben. Feine Details zeichnen inzwischen aber ein deutlich vielseitigeres Klanggemälde, in welchem auch Death Doom, Gothic, Post Rock, ja sogar ein schwarzer Tupfer Black Metal ihren Anteil an der düsteren Bandbreite beitragen. Melancholie, große Arrangements, atmosphärische Weiten, wuchtig stabile Rhythmen, schwere Riffs und eine Stimme mit Gewicht.
Schwere Riffs und eine Stimme mit Gewicht
Für eine Extraportion tonnenschwerer Gitarrendruck sorgen gleich drei Gitarristen in THRONEHAMMER. Prägnante Riffs, traurige Leads, episch große Melodiebögen, aber auch spannungsgeladene Dissonanzen wie atmosphärische Texturen für abwechslungsreiche Dynamiken. Ein wahres Spielfeld für Gitarristen. Darüber die umfangreiche Stimme von Katharina „Kat Shevil“ Gillham, die ihre Emotionen auf „Slay | Kill | Erase“ noch ausdruckstärker auslebt. Von tief röhrenden Growls, zwischen aggressiv bis verzweifelt, über nachdenklich ruhig, klar elegisch klagende Schwermut bis zu leidenschaftlich hohen Tönen, dazwischen auch mal ein Gothic-Unterton. Shevil präsentiert sich passend zur vielschichtigeren Musik ebenfalls flexibler in ihrem Ausdruck, authentisch, ohne aufgesetztes Genre-Klischee. Mächtig und einnehmend – für große Momente!
Große Momente – mit THRONEHAMMER!
Gleich der Anfang in Form des Titelsongs „Slay | Kill | Erase“ ist groß. Ca. dreiminütiges Intro, das sich düster bedrohlich aufbaut und atmosphärisch steigert. Langsam und massiv schieben sich die Gitarren nach vorne, der Bass ist prominent, das Schlagzeug groovt wuchtig, der tiefe Sound drückt richtig amtlich. Kat growlt mit enormer Kraft tief aus dem Bauch heraus wie vom Wahnsinn besessen. Schwere, monumentale Melodien, wehklagend klarer Gesang voller Leidenschaft, weitläufig kreativ eingeflochtene Post Rock Parts. Das Wechselspiel aus massiver Härte mit tonnenschwerer Walze und wiederholenden Riffs, luftigen Melodien sowie cineastisch wirkenden Abschnitten sorgen für dynamische Abwechslung und halten den Spannungsbogen.
Das folgende „To Never Return“ ist ebenfalls ein Beweis, wie THRONEHAMMER in Sachen Songaufbau nochmals an Professionalität zugelegt haben. Auch hier wieder eine starke Entwicklung innerhalb des melancholischen Stücks mit dichter Atmosphäre. Knarzende Gitarren, massive Doublebass, trauriger Klargesang, hoffnungslos harsches Gekeife, melodische Leads, sanftes, zerbrechlich wirkendes Solo, getragene Doom-Riffs, aggressive entfesselter Black Metal-Ausbruch. Starke Kontraste, die aufwühlen.
Und THRONEHAMMER überraschen immer wieder: Seien es die kristallklaren Gesänge, die folkigen Klänge und der sakrale Gesang in „Dethroned“ mit seiner erzählerischen Qualität. Oder auch im melodischen „Onwards To Oblivion“ mit Gastgesang von Max Hemmann von MOTOROWL, der dem ohnehin abwechslungsreichen Album eine weitere stimmliche Farbe hinzufügt.
Dabei gelingt es THRONEHAMMER durchgehend, das qualitativ hohe Niveau und den Spannungsbogen zu halten. Dieses episch dynamische wie facettenreiche Wechselspiel aus erdrückendem Doom, eleganter Epik, harschen Momenten, melodischen Parts, instrumental atmosphärischen Passagen. Zwischen tieftrauriger Trostlosigkeit und entbrannter Wut. Diese emotional fesselnde Achterbahnfahrt sorgt immer wieder für Gänsehaut.
Gänsehaut
THRONEHAMMER haben längst ihren eigenen Sound gefunden und diesen erneut weiterentwickelt. „Slay | Kill | Erase“ hat etwas mehr von allem. Das eigentliche Doom-Fundament bleibt, erhöht wurden die Anteile an Death Metal wie an Post Rock und cineastischen Momenten. Diese vielseitigen, kreativ eingewobenen Elemente überdecken nicht den Doom, sie erweitern und ergänzen vielmehr die Klangwelten. „Slay | Kill | Erase“ ist ein intensives, fesselndes Stück Metal!
Thronehammer - Slay | Kill | Erase
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Death Metal, Death-Doom Metal, Doom Metal, Epic Doom, Post-Rock |
| Anzahl Songs | 8 |
| Spieldauer | 73:31 |
| Release | 09.10.2026 |
| Label | Supreme Chaos Records |
| Trackliste | 1. Slay | Kill | Erase 2. To Never Return 3. Rise Of Resistance 4. Destroyer Ov Light 5. Blade To The Heart 6. Thrown Into The Abyss 7. Dethroned 8. Onwards To Oblivion |
