Trolldom - Tronen

Review

Bei TROLLDOM handelt es sich um eine 2004 gegründete Black-Metal-Band aus dem schwedischen Nynköping, deren einziges festes Mitglied ein gewisser Swartadauþuz ist. Das neben den Kompositionen auch für Gitarre und Keyboard verantwortliche Mastermind, das zudem noch in ca. 666 anderen Bands aktiv und damit Landsmann Rogga Johansson ernsthaft Konkurrenz macht, veröffentlicht mit TROLLDOM nun das dritte Album „Tronen“.

TROLLDOM greifen nach dem Thron

Ob man es damit schafft, den hart umkämpften Szene-Thron zu besteigen, ist fraglich. Dennoch starten Swartadauþuz und seine Session-Musiker, zu denen u. a. K. Paradis gehört, der auch schon für BELPHEGOR und MELECHESH getrommelt hat, einen vielversprechenden Angriff. Geboten wird im Kern ur-schwedischer Black Metal im Fahrwasser von üblichen Verdächtigen wie SETHERIAL, NAGLFAR, SACRAMENTUM und MÖRK GRYNING. Allerdings erweitern TROLLDOM diesen markanten und über die Jahre nicht grade wenig bespielten Stil um flächige Keyboard-Arrangements à la EMPEROR und frühe DIMMU BORGIR, womit man gelungen verhindert, als bloßer Abklatsch genannter Bands dazustehen.

Die melodischen Leadgitarren und die majestätisch anmutenden Keyboards verschmelzen dabei zu einer stimmungsvollen und oftmals überaus epischen Einheit, bei der es TROLLDOM in Sachen Bombast aber glücklicherweise nicht übertreiben. Das metallische Fundament steht hier klar im Vordergrund und schon der rasante Opener „Tidens Evighet“ pfeift einem wie ein eisiger Blizzard um die Ohren und zeigt, dass man sich bei allem Fokus auf dichte Atmosphäre auch in Sachen Angriffslust nicht zurücknimmt.

Eher erhaben geht es bei „Dräpt Ur Dunkel“ zu, wo besonders schaurig in die Tasten gehauen wird, während sich die Riffs wie mächtige Gebirgswände auftürmen. In dieser Schnittmenge zwischen brachial und bildgewaltig geht es weiter. „Etter Falla…“ ist bis auf ein paar spacige Keyboard-Farbtupfer recht puristisch gehalten, „I Völvans Spar“ lässt ein paar schwere, melancholische Doom-Noten durchklingen und im letzten Drittel von „Ulvarnas Kall“ wird es sogar ein wenig post-rockig, bevor „Dödens Släktled Stiga“ das Album mit durchgetretenem Gaspedal und schneidenden Melodien beendet.

Klassischer Schweden-Sound mit kleinem Twist

Keyboards allein reichen natürlich nicht, um TROLLDOM komplette Eigenständigkeit zu verleihen, sorgen aber immerhin dafür, dass man ein wenig aus der Masse heraussticht und dem klassischen Schweden-Sound einen norwegischen Touch verleiht. Handwerklich gibt es wenig auszusetzen, Session-Shouter Thorn giftet standesgemäß und auch das restliche Lineup weiß, woher der Nordwind zu wehen hat. Ein leichter Abtörner ist allerdings der sehr sterile Drum-Sound, was schade ist, da Herr Paradis die Felle hier doch bisweilen in schwindelerregender Manier verdrischt.

Abseits davon ist „Tronen“ jedoch ein durchweg gelungenes Stück schwedischer Schwarzkunst mit einem kleinen Twist und Genre-Fans dürfte die Scheibe problemlos in ihren Bann ziehen, auch wenn es für den Thron vielleicht nicht ganz reicht.

23.10.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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