Verzauber - Dire Garden Of The Ages

Review

„Dire Garden Of The Ages“ ist der Zweitling der irischen One-Man-Show VERZAUBER. Die Scheibe ist im Grunde genauso geworden, wie man es von einer stereotypen Einpersonenband im Black Metal erwartet: überlang und etwas verschroben. Das Album ganz so einfach zusammenzufassen, würde ihm allerdings nicht gerecht. VERZAUBER hat einiges aufgefahren und ineinander verschachtelt. Neben dem Black Metal hat sich das Projekt dem Ambient verschrieben. Electronica-Elemente verschiedener Ausprägung komplettieren das Bild. Diese Kombination ist keine Seltenheit, zeigt sich in der hier dargebotenen Form aber etwas schriller als oft üblich.

„Dire Garden Of The Ages“ bietet eine breite Palette

Den Anfang machen ätherische Synths und Vogelgezwitscher. Lange bleibt der Opener „Etruscan Blossom Sanctuary“ nicht so entspannt. Mit einem Schrei setzt die Instrumentierung ein und rumpelt klassisch schwarz los. Der Hall auf den Vocals und die roh belassene Produktion versprühen Old-School-Feeling. Im weiteren Verlauf deckt das Stück die ganze Bandbreite von VERZAUBER ab. Es wird melodisch, atmosphärisch, allerdings auch vertrackt und gar kakofonisch. Die elektronischen Parts reichen bis in den Trance und sind nicht immer leicht verdaulich. Das muss man nach den gut acht Minuten erstmal sacken lassen. Dazu bietet das Interlude „Thermae I: Azure Mosaics And Pools Of Convalescence“ die Gelegenheit. Es ist eines von vier Wasserspielen, die durch „Dire Garden Of The Ages“ begleiten.

VERZAUBER verzaubert – nicht nur

Nach dem guten, jedoch durchwachsenen Opener folgen mit „Pyrocumulus Pharynx“ und „Acre of Fired Earth (Cauterizing Tellurian Wounds)“ die beiden Highlights der Platte. Ersterer besticht durch echte Hooks und unerwartete Wechsel im Pacing. In seiner Gesamtheit hinterlässt das Stück ein kathartisches Gefühl. Bei „Acre Of Fired Earth (Cauterizing Tellurian Wounds)“ wird es orientalisch und hypnotisch. Würden sich alle Songs auf diesem Level bewegen, wären bis zu zwei Punkte mehr drin gewesen. Nach dem zweiten Interlude „Thermae II: Waters Of Veii“ hängt das Album jedoch durch. Starke Momente sind durchweg vorhanden, aber das zwanghaft Unkonventionelle nutzt sich auf Dauer ab.

„Dire Garden Of The Ages“ ist trotzdem gut geworden, man schaltet eben nur zwischendurch gedanklich ab. Sich eine passende Situation zum Hören vorzustellen, fällt nicht leicht. Zu groß ist das Gefälle zwischen Passagen zum aktiven Hören und Geplänkel für den Hintergrund. Fans des Ambient Black haben diese Herausforderung bereits gemeistert. Daher eine Empfehlung hauptsächlich für jene Nische.

28.05.2026

headbanging herbivore with a camera

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