Votum - Metafiction

Review

Die relativ junge polnische Prog-Metal-Formation VOTUM liefert mit „Metafiction“ ihr zweites Album ab, das laut Band und Label als Gesamtkunstwerk betrachtet werden soll. Gemeint ist damit das in der progressiven Rockmusik sehr verbreitete Prinzip des Gesamtkonzeptes, in dem Musik, Lyrics und Artwork eine homogene Einheit bilden. Bleibt die Frage, ob solche komplizierten Projekte für eine junge Band wie VOTUM nicht etwas zu hoch gegriffen sein könnten.

Erfreulicherweise ist dem nicht so. VOTUM bieten dem Hörer sieben klug arrangierte, ideenreiche und vor allem top produzierte Songs. Dabei ist für jeden Geschmack etwas dabei, ob nun balladeske Lieder oder der intelligent um den wunderschönen Refrain arrangierte Song „Home“, der mit trickreichen Wendungen überzeugt und dabei doch direkt und nachvollziehbar bleibt. Die Produktion ist ausgesprochen gelungen, elektrische wie cleane Gitarren sind transparent, der Bass brummt warm und schmiegt sich gut ein, Schlagzeug und Gesang geben ebenfalls keinen Grund zum Meckern. Hier wurde ganze Arbeit geleistet.

Hin und wieder jedoch streifen VOTUM die Grenze zum Kitsch, beispielsweise bereits im Opener „Falling Dream“. Meistens gelingt es ihnen rechtzeitig und recht stilsicher, ihn auf ein akzeptables Maß zu begrenzen, doch manchmal wird es der Dudelei dann doch einen Tick zu viel. Zweiter Wermutstropfen: Manchmal trauen die Jungs sich scheinbar nicht, wirklich alle Geschütze aufzufahren, und so scheint manche Idee nicht voll ausgereizt und auf den Höhepunkt gebracht.

Dennoch bieten VOTUM mit „Metafiction“ ein progressives Metal-Album, wie man es doch nicht jeden Tag serviert kriegt, und dafür muss man ihnen Respekt zollen. Hier hat sich definitiv jemand Gedanken gemacht sowie ein ganzes Stück Zeit und Arbeit investiert, und das Ergebnis lässt sich hören, wobei für zukünftige Veröffentlichungen noch Einiges herauszuholen ist. Hoffen wir, dass VOTUM auf diesem Weg bleiben und noch etwas mehr Selbstbewusstsein erlangen. Gut stehen würde es ihnen nämlich allemal.

09.02.2010
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