Vrani Volosa - Where The Heart Burns

Review

Um eins vorweg zu nehmen: das Debütwerk „Where The Heart Burns“ von VRANI VOLOSA (übersetzt: schwarzes Haar) aus Bulgarien ist für mich bis jetzt eine der besten Veröffentlichungen in diesem Jahr! Erhabener, emphatischer Pagan Black Metal wie er im Buche steht.

Erhaben und eindringlich – das sind auf jeden Fall die beiden Wörter, mit denen man am treffendsten dieses akustische Kunstwerk umschreiben kann. Tonnenschwere Gitarrenriffs kämpfen sich im Midtempo durch den Gehörgang ins Hirn. Die raue gutturale Stimmgewalt von Mastermind Hristo, die einer Naturgewalt gleicht, erzeugt wohliges Gänsehautfeeling.

Das wunderschöne Wechselspiel zwischen dem Raugesang Hristos und dem hintergründigen Klargesang ergänzt sich zu einer untrennbaren Einheit. Klare nachvollziehbare und doch eigentümliche Songstrukturen mit schönen Breakdowns schaffen Abwechslung. Das Tempo schafft Atmosphäre, diese unglaubliche „Langsamkeit“ und die Wirkung lässt Parallelen zu PRIMORDIAL zu.

Die Gitarre ist das ausschlaggebende Moment für die Musik der Bulgaren und erinnert an die Anfänge der Isländer von SÓLSTAFIR. Das Schlagzeug, eher hintergründig, prescht vor, doch die Gitarre und der Gesang gebieten Einhalt.

Die Musik von VRANI VOLOSA vermittelt etwas Ur-Heidnisches, etwas Slawisches. Wenn man sich zum Beispiel „Wreck“ anhört, geht man in der Musik auf. Diese packende Authentizität ist kaum zu erklären. Einfach unbeschreiblich!

Wie auch bei SÓLSTAFIR und PRIMORDIAL ist die Stimmung stellenweise sehr gedrückt und die Musik beklemmend. Sie spielt mit dem Zuhörer – stürzt ihn in das tiefste Loch und holt ihn wieder hoch. „Where The Heart Burns“ ist ein unglaublich intensives Werk, doch ich befürchte und hoffe gleichzeitig, dass es nur im tiefsten Untergrund ihre Anhänger finden wird. Es ist eine Platte, an der man – außer vielleicht der Spiellänge von knapp achtunddreißig Minuten – rein gar nichts aussetzen kann und darf. Wundervoll!

Anspieltipp: alles!

31.07.2006
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