Wake / Dephosphorus - 7"-Split-EP

Review

Kurz, knackig, bündig: So soll Grindcore sein! Zwei Bands, jeweils drei Tracks, insgesamt nicht einmal ganz elf Minuten Spielzeit – dafür aber richtig ordentlich auf die Fresse. Schön, dass sowas noch gemacht wird.

Den Anfang dieses fiesen, kleinen Wutanfalls machen die Griechen DEPHOSPHORUS, die letztes Jahr bereits mit ihrem Astrogrind-Album „Axiom“ punkten konnten und nun mit drei kurzen, mal stilsicher und britisch rumpelnden, mal schwedisch groovenden Stücken daherkommen. Die kosmischen Synthie-Einflüsse, die Kollege Oliver im Zuge von „Axiom“ noch kritisierte (kann ich nicht beurteilen, da nicht gehört), sind auf dieser Split zum Glück (?) nicht mehr vorhanden, sodass man DEPHOSPHORUS zwar nicht gerade Eigenständigkeit unterstellen kann (was übrig bleibt ist eben Grind), aber dafür wird hier ordentlich drauf los gebolzt. Top.

Drei Stücke der Kanadier WAKE stellen dann die zweite Seite der EP. Diese sprengen zu zwei Dritteln sogar die Zwei-Minuten-Marke und klingen in etwa so, als hätten sich die ganz frühen britischen Grindbands beim Abendessen an CONVERGEs „Jane Doe“ verschluckt und das Ganze mit einem Schluck DYING FETUS heruntergespült, was zwar ein bisschen eigenständiger ist als das, was DEPHOSPHORUS noch auf Seite A gemacht haben, dafür aber auch etwas sperriger, womit die WAKE-Seite zwar immer noch ordentlich auf die Kacke haut – aber eben nicht (so sehr) auf das Nasenbein.

Das macht aber gar nichts, so oder so ist diese Split eine ordentliche Leistung beider Bands. Ob sechs Tracks und knapp elf Minuten Musik für jeden einen Kaufgrund darstellen, kann ich nicht sagen (zumal sich auf den offiziellen Band-/Labelseiten noch nirgendwo ein Preis finden lässt), aber man muss dem ganzen ja schon eine gewisse angenehme Oldschool-Attitüde bescheinigen. Und aufmerken sein sollten Grindfans so oder so, wenn ihnen dieses Stückchen Musik irgendwo mal über den Weg läuft!

02.05.2012
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