Walpurgisnacht - Die Derwaert Gaen En Keeren Niet

Review

Dass Holland neben Wohnwägen, Käse und Windmühlen auch noch eine äußerst intakte Black Metal Szene vorzuweisen hat ist in den letzten Jahren durch Veröffentlichungen von Bands wie URFAUST, FLUISTERWOUD und Konsorten deutlich geworden. WALPURGISNACHT (nicht mit den verblichenen deutschen Namensvettern zu verwechseln) aus Nijmegen haben sich allerdings im Gegensatz zu ihren Kollegen eher dem paganorienten Black Metal verschrieben, wie das bereits Ende 2005 veröffentlichte Erstwerk „Die Derwaert Gaen En Keeren Niet„ zeigt.

Nach einem kurzen, relativ nichts sagenden Intro legt der Fünfer mit „Vanden Doolenden Ridder“ auch gleich die Marschrichtung für die folgende gute Dreiviertelstunde vor: Relativ deutsch klingender, durchaus melodischer Pagan-Black Metal, der zwar um Abwechslung bemüht zu sein scheint, mich allerdings kaum vom Hocker reißen kann. Ich kann an dieser Stelle vorwegnehmen, dass das große Manko des Albums in den Arrangements liegt: Irgendwie klingen die Songs für meine Ohren zu konstruiert (Riff A + Riff B + …) oder finden sich zu schnell in der Belanglosigkeit wieder, was zu einem Ohr rein – Ohr raus Erlebnis führt. Sicherlich findet sich auch auf „Die Derwaert Gaen En Keeren Niet“ das ein oder andere Riff wieder, was gelegentlich wage an NAGELFARs Debüt oder sogar an GORGOROTHs melodischere Momente erinnert, klar. Leider werden diese „Aha-Erlebnisse allerdings schnellstmöglich wieder im Keim erstickt und man ebnet sich wieder den Weg zurück in den Durchschnitt.

Die Produktion könnte ebenso bestenfalls als steril und kraftlos bezeichnet werden. Der klare Sound erlaubt es mir zwar, jegliche Feinheiten des Materials herauszuhören (was bei der gelegentlich stolpernden Bassdrum vielleicht nicht unbedingt dienlich ist) , insgesamt wirkt mir das Ganze allerdings dann doch etwas zu kraftlos. Vielleicht hätte man an dieser Stelle die hymnisch wirkenden Passagen besser ins Szene setzen können. Was ich dann an dieser Stelle dann doch noch positiv bewerten will ist die Tatsache, dass von übertriebenem, genreüblichem Klargesang größtenteils abgesehen wurde und man sich größtenteils an den (leider etwas lasch klingenden) Krächzgesang hält.

Schlussendlich bleibt „Die Derwaert Gaen En Keeren Niet„ ein leicht überdurchschnittliches Pagan-Black Metalalbum dem meiner Meinung nach eine klare Linie fehlt und an dem ich die „großen“ Momente vermisse. Genrefans könnten allerdings ihre Freude an WALPURGISNACHT haben und sollten das Album zumindest einmal antesten.

18.01.2007
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