Wino & Conny Ochs - Heavy Kingdom

Review

Scott „Wino“ Weinrich, in erster Linie durch seinen Werdegang als Kopf von ST. VITUS  berühmt geworden, versucht sich seit seinem seinem ersten Soloalbum „Adrift“ auch als Singer/Songwriter. Und das mit Erfolg. Gemeinsam mit dem vielversprechenden deutschen Musiker Conny Ochs, der mit seinem Solo-Debüt „Raw Love Songs“ einen beachtenswerten Start hingelegte, hat er nun mit „Heavy Kingdom“ ein Akustikalbum eingespielt, das den Hörer mit rauem Charme, subtiler Verspieltheit und einer ganzen Menge Gefühl in seinen Bann zieht.

Verwegen, romantisch, beschwörend klingt dieses Album, aber auch beschwingt, energisch und gelassen. Kurz: Wino und Conny Ochs greifen auf die ganze Bandbreite menschlicher Stimmungen zurück und bedienen sich reichlich aus dem ausdrucksstarken Fundus der amerikanischen Folk- und Countrymusik. Neben großen Namen wie BOB DYLAN oder JOHNNY CASH lassen sich gerade was die Rhythmik anbelangt auch Einflüsse aus anderen Richtungen, wie Acoustic Blues oder Rock ‚N Roll ausmachen. Trotz, oder vielleicht gerade wegen ihrer unterschiedlichen Hintergründe und Herangehensweisen ergänzen sich die beiden Musiker bestens, es klingt in der Tat so, als hätten sie schon immer gemeinsam Musik geschrieben und eingespielt. Besonders herausragend wird das Material, abgesehen vom raffinierten Songwriting, durch die großartige Gesangsleistung des Zweiergespanns, egal ob es getrennt oder mit vereinten Kräften arbeitet. „Vultures By The Vines“ sticht mit seinen rockigen Strukturen und seinem packenden Refrain heraus, aber auch fragilere, gefühlsbetontere Nummern wie „Here Comes The Siren“ überzeugen auf ganzer Länge. Einzelne Lieder herauszugreifen macht bei „Heavy Kingdom“ jedoch wenig Sinn, da das Album gerade als Ganzes seine Eindringlichkeit erst voll zur Geltung bringen kann und aus den Variationen einzelner Grundstimmungen seine bemerkenswerte Kraft und Prägnanz bezieht.

Mit „Heavy Kingdom“ ist dem deutsch-amerikanischen Duo ein herzerwärmendes, aber keineswegs kitschiges Akustikalbum gelungen, das einen gerade zur kalten Jahreszeit in eine behagliche Stimmung versetzt. Originell, griffig und reich an ungewöhnlichen Ansätzen erweist sich dieses Album auch nach längerem Anhören als sehr ergiebig, und so bleibt mir nur zu sagen, dass jeder, der mit dieser Art von Musik etwas anzufangen weiß, hier nicht viel falsch machen kann. Ein Fortbestehen dieser geglückten Zusammenarbeit wäre mehr als wünschenswert.

24.01.2012
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