Witchfucker - Atomhure

Review

KURZ NOTIERT

Eigentlich hatten sich WITCHFUCKER pünktlich zur Veröffentlichung ihres Debütalbums „Mutter Morgana“ (2016) aufgelöst. Nun liegt doch erfreulicherweise ein neues Werk namens „Atomhure“ in Form eines liebevoll aufgemachten Vinyl-Albums vor. Passenderweise wurde dieses am 26. April veröffentlicht, pünktlich zum 32. Jahrestag Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Nach wie vor lassen sich die stilistisch wandlungsfähigen Schubladenverweigerer aus Karlsruhe schwer kategorisieren. WITCHFUCKER spielen einen räudig dreckigen, eigenwillig originellen Bastard aus Psychedelic Rock, Stoner Rock, Crust, Doom Metal, Sludge und Black Metal. Die „Atomhure“, einer der Anwärter für den Albumtitel des Jahres, tönt dabei nochmal zwingender, präziser und ausgefeilter, in sich schlüssiger, aber auch drückender, als es „Mutter Morgana“ (die Mutter der Atomhure?) tat. Lava-Riffs treffen auf hypnotisierende Psychedelic-Sounds, ewig lange Feedbacks, tief grollende Riffs, vieles ist zähflüssig schleppend, dann wieder etwas näher in mittleren Temporegionen groovend, hin und wieder leicht progressiv vertrackt. Irgendwie schaffen es WITCHFUCKER aber immer, dass die Übergänge harmonisch miteinander verwoben sind und nichts aufgesetzt wirkt, alles hat seinen Platz und passt. Der Anteil an Black Metal hat ziemlich stark nachgelassen. Ganz weit vorne: der Opener „Delirium“, der ähnlich auch bei TRIPTYKON eine gute Figur machen würde. In „Killed By System“ wird plötzlich der Uptempo-Hammer geschwungen, der Song ist guter Banger-Stoff mit eingängigem Refrain, hat schon was von neueren DARKTHRONE. Und „Hiding From Yourself“ mit charakterstarkem, melancholischem Gesang der Gastsängerin Charlotte Lauel (CIRCUS OF FOOLS), was den Klangwelten von WITCHFUCKER eine weitere Facette gibt. Stark!

25.07.2018

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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