Witchfucker - Mutter Morgana

Review

Nach der EP „Üntrve Bläck Metäl“ veröffentlichen die vor kurzem aufgelösten WITCHFUCKER das Debütalbum „Mutter Morgana“. Schade, dass die Band nicht mehr weitermacht, denn die eigenwillig verschrobene, originelle Mischung aus Black Metal, Doom Metal, Sludge und (neu) Stoner Rock wird hier noch zwingender und präziser dargeboten. Noch immer mischen WITCHFUCKER Lava-Riffs mit schwarzmetallischen Sägen, sind mal langsam zähflüssig, mal hektisch blastend unterwegs, da groovend, dort progressiv vertrackt. Dabei gelingt es den Karlsruhern, dass alles stets wie aus einem Guss klingt. Neu hinzugekommen in die Soundwelten sind psychedelische Einschübe, die den eigentlich richtig dunklen Songs von „Mutter Morgana“ eine etwas positivere Ausstrahlung verleihen. Die schwere, morbide und bedrohliche Grundstimmung bleibt jedoch erhalten. Als Beispiel dient gleich der Opener „Witchfight (Chapter I-III), der mit seinem lässig groovenden Beat und psychedelischen Gitarren zunächst recht gemütlich mit der Leichtigkeit des Stoner Rocks daherkommt, doch es braut sich was zusammen. Die Stimmung kippt, die Leichtigkeit weicht dunklem, schwerem Doom, der alles niederwalzt. Es sind eben doch WITCHFUCKER und nicht KYUSS! Verglichen mit „Üntrve Bläck Metäl“ ist „Mutter Morgana“ stilistisch noch breiter aufgestellt, wirkt aber dennoch in sich homogener. Der Gesang ist öfter klar, aber auch mal keifend. WITCHFUCKER sind unangepasst und konnten sich nochmals steigern. Stark!

27.10.2016

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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