Witchrider - Unmountable Stairs

Review

„WITCHRIDER“ rangiert auf der Skala der beknackten Bandnamen ganz weit oben. Wer reitet schon die Hexe? Wie viele PS hat so ein Kräuterweib denn bitte maximal unter der Haube? Wenn es schon ein mystisch verklärtes Wesen als Transportmittel für die spooky Namensgebung sein muss, dann hätte ich den Ritter bevorzugt. Aus HOFFentlich naheliegenden Gründen.

Abgesehen davon lassen die Österreicher auf ihrem Debüt „Unmountable Stairs“ aber wenige Fragen offen. Sänger Daniel Dorninger klingt wie Joshua Michael Homme und seine Kollegen sind der Desert Sessions garantiert kundig. An die Qualitäten der (frühen) Alben der QUEENS OF THE STONE AGE kommen WITCHRIDER dabei natürlich nicht heran, nicht an deren unwiderstehlichen Drive und die Gitarren-Magie ihres Chefs. Aber „Unmountable Stairs“ schlurft trotzdem nicht als lahme Kopie des Originals durch die Landschaft; das Album hat seine eigenen Qualitäten.

Nach und nach entfaltet sich nämlich eine gewisse dunkle Schlagseite, die bisweilen an die rockigen Solo-Sachen eines MARK LANEGAN erinnert (der zugegebenermaßen auch Wüstensand in der Vita hat). Auch sind unter der straight rockenden Oberfläche durchaus unterschiedliche Facetten auszumachen: „I’m Outta Breath“ zum Beispiel hat einen melodischen Wave-Touch, „SP“ mit dezenter Grunge-Lasur versteckt eine besonders packende Leadgitarre in der Gitarrenwand. Highlight aber ist das hinterhältig doomige „The Fog“, das in der Verbindung aus langsam kriechendem Riff und lakonisch vorgetragenem melodischem Refrain souverän eine ganz eigenartig gegen den Strich gebürstete, beunruhigende Atmosphäre erzeugt. Ziemlich großes Kopfkino, was da entsteht. Und wer seiner eigenen Fantasie nicht traut, der greift halt auf das ebenso coole Video (s. u.) zurück.

Lässige Band!

P.S.: Schön ist auch die Bonus-Minute: Alle lachen ganz wild durcheinander, sodass eine herzerwärmend-wohlige Stimmung aufkommt und sich das bisweilen dunkle Album versöhnlich mit Assoziationen irgendwo zwischen Tollwut-Tierpark und Hinterwäldler-Schlachterei verabschiedet.

Und als Zugabe von der ersten EP:

27.11.2014
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