Worst - Enemy In Disguise

Review

WORST sind eine junge Kombo, einst als Schülerband gegründet, welche sich selbst im weitesten Sinne dem Metalcore zuordnet. Gut, wenn die Band sich schon selbst in dieses überlaufene Genre packt ist da sicherlich was dran, was für mich spätestens auch nach dem ersten Durchlauf ihres „Enemy In Disguise“ Albums ohne größeres Rätselraten feststeht.

Allerdings wie so häufig, scheinen es auch WORST nicht vermeiden zu können, dass der Name KILLSWITCH ENGAGE in dieser Rezension fällt, denn oft genug fühle ich mich an eben jene Wegbereiter des Metalcore erinnert. Dazu kommen aber viele clean Vocal-Passagen, die immerhin nicht ganz so jammernd klingen, wie bei vielen Szene-Kollegen. Auch sonst haben es die niedersächsischen Bubis geschafft, sich mit ein paar Songs in mein Gedächtnis zu spielen. „Better Inflame A Match“ ist hier ein gutes Beispiel. Auch wenn die klaren Vocals nicht mit solcher Intensität vorgetragen werden, wie ich es mir eigentlich gewünscht hätte, geht mir der Refrain des Stückes einfach nicht mehr aus dem Kopf. Leider gibt es auch einige Längen auf der Platte und der Wechsel aus brachialer Metalcoregewalt und harmonischen, melodischen Passagen ist bei ganzen vierzehn Songs manchmal doch zu viel. Hier liegt auch der Hauptpunkt meiner Kritik. Weniger wäre in diesem Fall eventuell besser gewesen, denn oben angesprochenes Beispiel hat wirklich das Potenzial zum Ohrwurm. Wogegen ein Song wie „Monsters“ ziemlich abstinkt, da er einfach zu vorhersebar ist. „Ultra Violent Light“ dagegen ist wieder eine positive Erscheinung, kraftvoll und gerade bei den Vocals sehr abwechslungsreich, lässt auch dieser sich als empfehlenswert festhalten.

Man sieht, viel Licht und Schatten auf „Enemy In Disguise“. Viel, das sich irgendwo zwischen Ohrwurm und purer Langeweile einfindet und für zehn Euro wäre mir das dann doch zu viel. Aber ich möchte den Jungs ihr Talent auf keinen Fall absprechen, wie gesagt „Better Inflame A Match“ hat mich richtig überrascht und wird auch definitiv noch öfter aus meiner Anlage dröhnen, aber danach ist halt die Skiptaste dran. Ach so, die Produktion ist im Übrigen ebenfalls ziemlich ordentlich, also gibts hier auch nichts zu meckern. Eine Kaufempfehlung möchte ich nicht aussprechen, aber reinhören empfehle ich all jenen, die mit Metalcore, der auch vor clean Vocals nicht zurückschreckt etwas anfangen können.

20.03.2009

Chefredakteur

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