Black Listed Friday
Die 6+6+6 der Woche
Special
Am „Black Listed Friday“ Nr. 42 geht der Blick zum Konzerterlebnis. Die „6+6+6 der Woche“ unterbreiten Vorschläge, wie alles vor und auf der Bühne noch besser werden kann.
Ist ja oft kein Premiumerlebnis. So ein Konzert.
Die 6 Vorschläge zur Optimierung des Konzerterlebnisses
1. Statt per Definition ärgerlicher Vorbands gibt es Nachbands, die das Oeuvre des Hauptacts in Lounge-Versionen als eleganten Absacker servieren.
2. Der Bierpreis ist an das individuelle Bewegungspensum gekoppelt. Wer viel tanzt und sich engagiert zeigt, zahlt wenig. Stichwort: Durst.
3. Menschen mit Kutten, die schlechte Bands bewerben und/oder hässliche Patches zeigen, dürfen sich aus optischen Gründen nur im hinteren Drittel der Halle aufhalten. Es sei denn, sie sind sehr klein, sodass sie sich nicht in der durchschnittlichen Blickhöhe befinden.
4. Konzerttickets dürfen die Höhe des Stundenlohns der Zahlenden nur dann geringfügig übersteigen, wenn die Bands gut sind oder sehr gut.
5. Menschen, die während des Konzerts filmen, werden automatisch aufgenommen und sich dann selbst bei dieser Tätigkeit vorgespielt – auf den Bildschirmen über der Toilette sowie am Ausgang, dem Merchstand und der Bar. So sehen sie mal, wie das aussieht. Bei einem Konzert.
6. Mindestens eine der Personen, die für den Pausensoundtrack vom Band infrage kommen, darf das Publikum nicht verachten.
Die 6 Vorschläge zur Optimierung des MAIDEN-Konzerterlebnisses
1. Niemand im Publikum darf geschmackvoller gekleidet sein als die Band und alle müssen so auch den gesamten Hin- und Rückweg bestreiten, bestenfalls im ÖPNV und dem Wissen um Handykameras in jedem Hinterhalt. Denn das bedeutet Hingabe und für einige ja auch gar keinen Unterschied zu vorher.
2. Den vorigen Punkt weiterhin relativierend: Niemand auf der Bühne darf zu Ungunsten von Spandex-Buchsen diese Jeans im Used-Look mit Reißverschluss-Applikationen tragen.
3. Fans mit Ahnung, daher also einem „No Prayer For The Dying“-Shirt, wird stets Zutritt zur ersten Reihe gewährt.
4. IRON MAIDEN dürfen nur Songs von den Alben bis ’93 oder von „Dance Of Death“ spielen, aber nie denselben bei zwei aufeinander folgenden Konzerten.
5. Außer „Hallowed Be Thy Name“.
6. IRON MAIDEN müssen noch bis 93 spielen.
Die 6 Vorschläge zur Optimierung der Vorstellung des MAIDEN-Konzerterlebnisses
1. Den Auftritt auf dem „Rock Pop in Concert“ ’83 in Dortmund auswendig lernen.
2. Oder den beim „Monsters Of Rock“ ’88 in Castle Donington.
3. Sich vom Di’Anno-Poster hypnotisieren lassen, bis man sicher ist, dass IRON MAIDEN niemals Prog-Metal für Arme auf die Bühne bringen würden.
4. Sich einreden, dass im riesenhaften Eddie-Kostüm zur Zugabe immer nur genau der zweitklassige Rockstar steckt, der das Celebrity-Death-Match am Abend zuvor gewonnen hat, um sich einen Lebenstraum zu erfüllen. Also Axl Rose, James Hetfield, Angus Young, Paul McCartney oder Rob Halford.
5. Danach GANZ SCHNELL zur Selbstkasteiung „The Final Frontier“ hören, da einem/einer bei den letzten dreien dann doch ganz schön „die Gäule durchgegangen“ sind.
6. Einfach mal durchdrehen und sich vorstellen, dass im Publikum mehr als 5% weiblich sein werden (→ WHEATUS).
