Der große Monatsrückblick
Die Highlights und Gurken im Februar 2015

Special

Der große Monatsrückblick

Krank, derbe krank!

Liebe Leser,

tja, auch Kollege und Chef-Papa Maronde weiß, wie er ein Telefon nutzt, um seine Kollegen auf Trab zu halten. Immerhin, er weiß Uhrzeiten einzuschätzen. So klingelten bei den Kollegen Möller und Wischkowski die Telefone nicht wie zuletzt bei ihm um 07:00 Uhr in der Früh, sondern des Spätabends (oder wie der Chef-Papa sagt: „zur besten Arbeitszeit“) um 23:00 Uhr – und das sogar ganz modern per Konferenzschaltung. Sachen gibt’s …

Eckart: „Eeeeeyyy, *hust*, Kinners, hört mal, *schnief*, ich habe mir eine derbe Grippe eingefa…“ Der Rest geht in einem Röcheln unter.

Stephan: „Oh, gute Besserung!“

Jan: „Toll, kannste das nicht mal früher planen, Timing und so …“

Eckart: „Jetzt hömma, das, *schnauf*, kann man nicht planen, weißt du.“

Stephan: „Das klingt ja gar nicht gut …“

Jan: „Schon gut, schon gut, was sollen wir machen?“

Eckart: „*Hüstel* Der Monatsrückblick …“

Stephan: „Oh ja, Vorwort schreiben?“

Jan: „Na toll, das passt doch jetzt mal gar nicht. Mensch Eckart, egal gute Besserung.“

Stephan: „Machen wir, erhol dich mal“

Eckart: „…“

Jan: „Oha, da hat’s ihn aber ganz schön vom Schreibstischstuhl gekantet, jaja das liebe Alter.“

Eckart: „Jetzt hör aber mal auf, macht einfach … nächstes Mal und so …“

Tja, und jetzt habt ihr den Salat: nicht unseren charmanten Chef-Papa, sondern uns, die rechte und linke Hand. (Wer auch immer wo sitzt.) Und der Monat hielt neben vielen positiven Dingen auch eine Schreckensmeldung parat. IRON MAIDEN-Sänger Bruce Dickinson hat Krebs. Er befindet sich aber glücklicherweise schon wieder auf dem Weg der Besserung, und die Randnotiz in dieser Geschichte: Die neue IRON MAIDEN-Scheibe ist sogar schon fertig.

Um aber zu den erfreulicheren Neuigkeiten des Monats zu kommen: Wir hatten für euch im Februar natürlich auch eine ganze Menge brandheißer Themen zu bieten. So zum Beispiel CALLEJONs neues Album „Wir Sind Angst“, das zwar bereits im Januar veröffentlicht worden ist, im Februar aber konnten wir die Jungs erst vors Mikro zerren: Gitarrist Berni steht Rede und Antwort zum neuen Album.

Aber nicht nur deutschsprachiger Metalcore ist diesen Monat schwer angesagt gewesen: Die Proggies dieser Welt (zumindest die Jüngeren) haben Anfang 2015 wohl nur wenige Alben sehnsüchtiger erwartet als „Hand. Cannot. Erase.“, das neue Solowerk von STEVEN WILSON. Neben unserer ausführlichen Review baten wir den Herrn selbstverständlich auch zum Gespräch: STEVEN WILSON mit uns im Interview.

Wem Metalcore zu hip und Prog Rock zu abgehoben ist, dem könnte hingegen das neue MELECHESH-Album „Enki“ gefallen, das bei uns im Februar saftige 9/10 abgesahnt hat. Nachgehakt haben wir natürlich auch hier: MELECHESH-Bandleader Ashmedi im Interview zum neuen Album.

Das war natürlich noch längst nicht alles an der Interviewfront – hier könnt ihr euch durch alle unseren Frage-Antwort-Spiele klicken, u.a. findet ihr dort zum Beispiel aktuelle Artikel zu KEEP OF KALESSIN, ENSIFERUM und NEGUR? BUNGET.

Und wer nicht durch so viel Text mit so wenigen Bildern scrollen möchte, der wird vielleicht mit unseren Diskografie-Checks glücklich, von denen wir im Februar gleich drei anbieten konnten: und zwar zu den Diskografien von AMORPHIS, von NAPALM DEATH und von MARDUK. Des Weiteren in der Spezialecke: Unser allseits beliebter Kollege Marek hat sich in letzter Zeit nicht nur durch Death-Metal-Alben mit Seagrave-Artworks gehört, sondern auch mit Zwei-Mann-Bands beschäftigt: „Die 10 … 10 laute Rock-Duos, die man kennen sollte“!

Viel Spaß also beim Durchklicken durch die Höhepunkte und die Rohrkrepierer des Monats! Beim nächsten Mal gibt’s dann an dieser Stelle auch wieder den Chef zu lesen – versprochen!

Des Cheffes Stellvertreter

Jan Wischkowski und Stephan Möller

Mist, hier tut was nicht.Whoops! Hier sollte eigentlich ein Video- oder Audio-embed erscheinen. ...

Unbedingt hinhören! – Die Highlights im Februar

 

Inwards„, die neue Scheibe der aus Helsinki stammenden MINUTIAN, klingt ungefähr so: Vergleichsweise langsames Tempo, krumme Takte, viel Atmosphäre, viele Emotionen, ruhige aber nie zu harmonische Instrumentierung und doch wird immer wieder gelärmt und das nicht zu knapp. Oder auch: Moderner Prog, irgendwo zwischen MASTODON und THE END. Und zwar von bemerkenswerter Qualität. Kollege Klaas gibt dem Leser entsprechend noch folgende Empfehlung mit auf den Weg: „Am besten hört man „Inwards“ an einem verregneten Abend im Sessel mit einem Glas Whiskey oder Wein in der Hand.“ Na dann – prost!

Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum haben die aus Nordrhein-Westfalen stammenden SCHAKAL im noch jungen Jahr ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Die Scheibe bietet modernen aber traditionsbewussten Metal mit progressiven Twists. Und: deutschen Texten. Und auch, wenn an einigen Stellen noch nicht alles wie die Faust aufs Auge passt, befindet Kollege Michael Klaas: „SCHAKAL [ist] ein überraschend gutes Debüt gelungen, an dem sich die ein oder andere deutschsprachige Band ein Beispiel nehmen kann.“

TRIDENT, die Formation um den ehemaligen DISSECTION-Gitarristen Johan Norman, melden sich nach fast fünf Jahren mit neuer Mannschaft und vier neuen Songs auf der EP „Shadows“ zurück. Wer sich ein Leben nach dem Ableben von DISSECTION vorstellen kann, sollte unbedingt mal reinhören, denn TRIDENT bieten mehr als nur einen bloßen Abklatsch vergangener Tage und Erfolgsrezepte – meint Eckart Maronde in seiner Review: „Die Songs überzeugen, sind stürmisch, unheilvoll und elegant zugleich.“

ORDEN OGAN werden in der Szene durchaus zwiespältig aufgenommen. Das Personalkarussell dreht sich seit jeher munter, zudem war vielen Metalheads der Kitschfaktor auf den ersten Veröffentlichungen der Band zu hoch. Aber genau die sollten jetzt umdenken, denn mit „Ravenhead“ ist den Arnsbergern eine wirklich formidable Platte geglückt, bei der nicht einmal „die obligatorische Ballade am Ende scheiße ist“.

Unbedingt hinhören! – Die Highlights im Februar

 

Wie hat sich die Prog-Gemeinde die Finger nach diesem Album geleckt: Jetzt ist der Meister endlich zurück! STEVEN WILSON hatte schon immer seinen eigenen Kopf – eine Tatsache, die sich wieder einmal in unserem ausführlichen Interview mit dem Prog-Guru widerspiegelt. Und natürlich in seiner Musik. „Hand. Cannot. Erase.“ lautet der Titel seines neuen Werks, mit dem Wilson eine ganz besondere Geschichte vertont und das den Kollegen Kreutzer dann auch auf ganzer Linie überzeugt: „[D]er Mann ist halt einfach ein Qualitätsgarant.“ Ist so? Ist so!

Dass MELECHESH einen ganz eigenen Stil haben, steht außer Frage. Doch was macht das Neuwerk „Enki“ zu einem „Album von Weltklasse-Format“? Ein extrem hohes technisches Niveau bildet hier nur die Basis, um die orientalischen Harmonien und präzisen Metal-Riffs zu einem wohlklingenden Ganzen zu formen. Genau diese Vermengung zeichnet auch das nunmehr sechste Studioalbum aus. Etwas härter ist es ausgefallen, im Vergleich mit den Vorgängern. Aber nicht weniger facettenreich oder spielerisch anspruchsvoll. Klingt alles ziemlich gut, meinen wir. Darauf deuten auch die neun Punkte. Oder in Adjektiven: „Enki“ ist „spirituell, magisch, atmosphärisch und zerstörerisch“.

Laut Kollege Endres haben ENFORCER mit „From Beyond“ erneut eine Heavy-Metal-Attacke par excellence gefahren, auf der sie sich wieder einmal in authentischer Höchstform zeigen. Wild und ungezähmt ist die Platte, und doch zeigt die Band sich im Songwriting gereift. Wie sich das anhört? Wir empfehlen einen Selbstversuch mit „From Beyond“. Nuff said.

Kollege Jost Frommhold konstatiert anlässlich des neuen Albums „The Next Offensive“ der deutschen Todesmörtler WEAK ASIDE, dass Death Metal immer auch ein Stück weit eklig sein muss. Außerdem rechnet er genau nach, wie sich die Band von den restlichen 871.789.431 Death-Metal-Bands und 111.458.703 BOLT-THROWER-Epigonen absetzt: Death Metal für Kenner, Mathe für Fortgeschrittene.

Wie klingt das wohl, wenn eine Band eine „kauzig-krude Mischung aus fiebrig düsterem Delta-Blues, staubtrockenem Stoner und gediegenem Southern Rock mit dezenten Gospel- sowie American-Gothic-Einflüssen“ spielt? Für unseren Kollegen Markus ist das exakt der Sound von THE MIDNIGHT GHOST TRAIN, genauer von ihrem dritten Album „Cold Was The Ground“. Die massiven Sludge-Riffs dröhnen nur so aus den Boxen, die Grooves rocken ordentlich und die Vocals tönen – klar – rau und whiskeygetränkt. Insgesamt ist das Material erfrischend dynamisch, weil man musikalisch immer wieder zwischen heavy und entspannt wechselt. Macht einfach viel Spaß!

Unbedingt hinhören! – Die Highlights im Februar

 

Manchmal zeichnet der zweite, dritte, vierte Frühling einer Band die beste Phase ihres Schaffens. Ob das im Fall von MANILLA ROAD auch zutrifft, muss jeder Fan selbst entscheiden. Fakt ist jedenfalls, dass die Band um Urgestein Mark Shelton auch mit dem neuen Album „The Blessed Curse“ einmal mehr die Epic-Metal-Vollbedienung abliefert und die Konkurrenz meilenweit hinter sich lässt. Sollte man im Schrank haben.

MOONSPEEL goes SISTERS OF MERCY? Vielleicht nicht ganz, aber die Portugiesen klingen auf ihrem neuen Werk „Extinct“ noch düsterrockiger als bereits auf dem Vorgänger „Alpha Noir“. Unseren Redakteur Richard Mertens hat das Album trotz einiger kleiner Abzüge in der B-Note überzeugt – in seiner Review zu „Extinct“ lest Ihr, warum.

Bereits im Mai letzten Jahres durfte unsereiner das niederländische Progressive-/Alternative-Rock-Quartett A LIQUID LANDSCAPE als Vorgruppe der mächtigen CRIPPLED BLACK PHOENIX bewundern. Nun legt der Vierer mit „The Largest Fire Known To Man“ sein neues Album vor. Darauf geboten wird alternativer Progressive Rock der obersten Güteklasse, welcher den Kollegen Klug zu folgendem Fazit kommen lässt: „[M]anchmal braucht’s halt einfach eine Band, die mit Sechssaitern die heilige Dreifaltigkeit der Gitarrenmusik vermitteln kann: Spielfertigkeit, Spielfreude und Atmosphäre.“ Prog-Freunde sollten sich diese Scheibe also definitiv genauer anschauen.

Erwachsene, bitte hinsetzen, die Märchenstunde beginnt! Heute erzählt, gekrächzt, geflüstert und gegrowlt von CARACH ANGREN, die mit „This Is No Fairytale“ ihr viertes Album herausgebracht haben. Inhaltlich verwandelt man die traditionelle Hänsel-und-Gretel-Geschichte in einen albtraumhaften Horrortrip, der musikalisch zuweilen geradezu fantastisch vertont wurde. Und so kratzen die Holländer mit ihrer bewährten Mischung aus Melodic Black und Symphonic Metal sogar an der Höchstnote!

Unbedingt hinhören! – Die Highlights im Februar

 

Düster, beklemmend – und doch unglaublich schön. Mit ihrem neuen Werk „Sistere“ reißen IZAH den Kollegen Wischkowski zu wahren Lobeshymnen hin. Genre-Freunde sollten allerdings gewarnt sein, denn „der erdrückende Post-Metal IZAHs übernimmt über eine Stunde die Regie – sowohl das des Seelenlebens als auch der Umwelt.“ Satte acht Jahre Wartezeit haben sich ausgezahlt. Denn „‚Sistere‘ ist eines dieser zeitlosen Alben, die schwer zu fassen sind und genau deshalb solch eine Wucht entfalten – Pflichtkauf!“

Der Rücktritt vom Rücktritt ist nicht nur in der Politik ein weit verbreitetes Übel. Nachdem uns aller Ozzy schon seit den frühen Neunzigern („No More Tours-Tour“) immer wieder von Sharon auf die Bühne gescheucht wird, haben auch die SCORPIONS während ihrer Abschiedstour gemerkt, dass im Universum Rock noch was geht und mit „Return To Forever“ mittlerweile schon die zweite Veröffentlichung nach dem vermeintlichen Schlusstrich in die Läden gehievt. Laut Kollege Marek übrigens eine richtig gute Platte, die AOR-Freunde beruhigt abgreifen können, da die SCORPS noch immer hungrig klingen.

Besatzungskarussells drehen sich ja ganz gerne mal vielfach. Bei NEGURA BUNGET läuft das Teil seit 2009 aber gefühlt auf Dauerschleife. Neues Album, neues Glück? Negru hat frische Bandmitglieder um sich und liefert das nunmehr sechste NEGUR?-BUNGET-Album „T?u“ ab. Im Vergleich mit dem direkten Vorgänger „Vîrstele P?mîntului“ klingt das Neuwerk soundtechnisch etwas wuchtiger, dafür aber weniger stimmungsvoll. Was hat sich noch verändert? Die Folk-Parts wuren ausgebaut und sorgen im Verbund mit den metallischen Anteilen für noch komplexere Strukturen. Um 180 Grad haben sich NEGUR? BUNGET nicht gedreht, nur den Black Metal hat man ein wenig mehr in den Hintergrund gedrängt, während der Charakter der Band erhalten wurde. Interesse geweckt?

Ein gelungene Mischung aus Komplexität, astreinen Riffs und einer bösen Atmosphäre, verpackt in zwölf schmissigen Songs – unseren Redakteur Patrick Olbrich hat „Denouncing The Holy Throne“ der Tschechen HEAVING EARTH jedenfalls vollends überzeugt. Nicht zuletzt aufgrund des knackigen Sounds mit „genug Vorschlaghammer in der Hose“ – poetischer kann man klangliche Brutalität wohl nicht ausdrücken.

Unbedingt hinhören! – Die Highlights im Februar

 

„Herrlich krank, unmenschlich und mitreißend“ – Kollegin Nadine Schmidt ist angesichts von BENIGHTEDs Livealbum „Brutalive The Sick“ euphorisch und ergänzt: „Ganz großes Schlachtfest – hier ziehe ich gerne 9 von 10 Punkten und gebe eine gut gemeinte Kopfnuss obendrauf!“ Jetzt wisst Ihr auch, warum in der metal.de-Redaktion seit kurzem Helmpflicht besteht.

Wenn man seine Waffen sorgfältig schmiedet und die bewährte Kampfkunst solide einsetzt, kann man natürlich einen Sieg erringen. Es muss ja nicht mit jedem Album eine neue Strategie walten. Oder? Im Fall des sechsten Werks von ENSIFERUM („One Man Army“) heißt das im Klartext: „schmissige Songs, keine Durchhänger, schöne Melodien, Speed, Druck, heroischer Kitsch“. So hat es jedenfalls unser Kollege Eckart vernommen, der das Album dann auch im Bereich der Kaufempfehlung platziert hat. Ob die großen Überraschungsmomente nun fehlen oder nicht, sollte jeder selbst beurteilen. Und da hilft nur: Reinhören!

Auf ihrem zweiten Langspieler bieten die Franzosen CORBEAUX energischen, instrumentalen Post-Rock, der über weite Strecken nicht nur vorzüglich konzipiert, sondern auch ebenso dargeboten ist. Zusätzlich kommt „Hit The Head“ mit einem superben Sound daher, für den kein geringerer als Magnus Lindbergs (u.a. CULT OF LUNA) verantwortlich zeichnete. Kollege Kostudis attestiert der Scheibe ein „äußerst kurzweiliges Hörerlebnis“ und fordert schlussendlich: „Gern mehr davon.“

Achtzehn Monate haben NECROWRETCH für die Fertigstellung ihres neuen Album „With Serpents Scourge“ investiert – gut genutzte Zeit, wie unser Redakteur Eugen Lyubavskyy feststellt: Das Album enthält zwar gegenüber dem Debüt einen erhöhten Black-Metal-Anteil und Dauersperrfeuer aus der Hölle, aber sie bieten eben auch „schöne Kompositionen mit einer menge düsterer Dynamik und geilen Breaks“. Empfehlung von uns!

Unbedingt hinhören! – Die Highlights im Februar

Über vier Jahre haben sich 36 CRAZYFISTS Zeit gelassen, um den Nachfolger von „Collisions And Castaways“ einzuprügeln – nun endlich steht das neue Werk „Time And Trauma“ in den Regalen. Und die Scheibe – so konstatiert Kollege Wischkowski – „bündelt quasi alles, was die 36 CRAZYFISTS in ihrer Daseinszeit ausgemacht hat“. So demonstrieren die Mannen aus Alaska erneut, wie eine überzeugende Mixtur aus Eingängigkeit, Emotionen und Härte zu klingen hat. Freunde moderner Klänge sollte die Platte unbedingt antesten!

Ein Schritt „zurück zum Nicht-Erwachsensein“ sei „You Are Waltari, die neue Scheibe der finnischen Crossoverpioniere WALTARI. Das schließt die These ein, dass es in den vergangenen Jahren etwas gesitteter und gemäßigter zuging, jetzt aber wieder verstärkt verrückt und unbekümmert. Kann das gut gehen? Ja, meint unser Autor Eckart Maronde, und der macht auf dem Album gleich eine ganze Riege toller Songs aus.

Alte Männer, Teil zwei. Auch UFO senden mit „A Conspiracy Of Stars“ (wohl zu oft mit John Cyriis rumgehangen, die Herren) ein weiteres Lebenszeichen. Herr Volksdorf bescheinigt eben diesem Lebenszeichen keine Schwächen zu offenbaren. Sänger Phil Moog wird mal eben Gottstatus zugesprochen, und auch der Rest der Truppe und des Materials überzeugt vollends. Hier dürfen sogar UFO-Neulinge zugreifen, ohne sich im Vorfeld die Klassiker zulegen zu müssen. Wenn das mal nicht genug Argumente für einen Testlauf sind.

Die Gurken im Februar

 

Der italienische George Clooney und ein polnischer Schlagzeuger entdecken ihren musikalische Seelenverwandschaft. Aber doch bitte nicht SO! Denn SYNCROMIND PROJECT bieten auf ihrem geistreich „Second“ betitelten zweiten Album ausschließlich Solo-Geschmalze der unerträglichsten Sorte. Von der ersten bis zur letzten Minute wird gekleistert, was das Zeug hält. Dynamik, Abwechslung, intelligentes Songwriting? Fehlanzeige. Das hier ist eine reine Ego-Show. Und zwar eine ganz schlimme.

Auch wenn die italienischen Sludge-Recken ATOJ bereits einige Banderfahrung auf dem Buckel haben, präsentieren sie sich auf ihrer aktuellen EP eindimensional, einfältig und einschläfernd. Kollege Kostudis bringt es dann auch ziemlich schmerzfrei auf den Punkt: „‚Atoj‘ bietet kaum Nennenswertes, es wird in erster Linie unkoordiniert gelärmt und wild gehauen, wirklich hängen bleibt dabei nichts.“ Schwach.

Es ist nicht immer leicht der Sänger einer Band zu sein. Die Mädels wollen einem an die Wäsche und diese nervigen Journalisten stellen Bewertungen der Gesangsleistung an. Frechheit, dürften sich auch ANGUISH FORCE gedacht haben, nachdem Kollege Volksdorf ihnen für „Sea Eternally Infested“ magere vier Punkte unter die Rezension schrieb und die Bewertung auch gleich noch am Sänger fest machte. aber mal unter uns, schiefen Gesang braucht wirklich niemand. Zurück auf „Los“ und üben.

Gnadenlos ist der neue Hassbatzen „Graveyard Of Eden“ aus dem Hause DEHUMAN, und das in vielerlei Hinsicht: Gnadenlos brutal, gnadenlos hart, gnadenlos eindimensional, gnadenlos langweilig. Vor allem aber: Gnadenlos zum Hörer. Ihr seid gewarnt!

Mag sein, dass die Chilenen ATOMICIDE auf „Chaos Abomination“ ein Sperrfeuer mit dem Rammbock veranstalten. Immer feste druff! Muss das Album deshalb aber gut sein? Nö – „Chaos Abomination“ ist „eine ziellose Prügelorgie“, wie Kollege Patrick Olbrich konstatiert, „die weder besonders spannend, noch identifikationsträchtig ist.“

Top Ten: Diese Platten rotierten im Februar in unseren Anlagen

Richard Mertens:

 

Falk Wehmeier:

 

Colin Brinker:

 

Fabian Schneider:

Tobias Kreutzer:

Michael Klaas:

04.03.2015
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