metal.de-Redaktion
Individual Thought Patterns - Runde 2

Special

metal.de-Redaktion

Es ist Zeit für eine weitere Runde „Individual Thought Patterns“: Wir haben uns wieder fünf Redakteure eingefangen und sie mit unangenehmen Fragen belästigt. Uns entkommt keiner, Flüchten ist zwecklos, und auch zukünftig werden wir die Belegschaft unter Androhung von drei Wochen Dauer-Techno mit mindestens 180 bpM zwingen, sich auch abseits ihrer Reviews zu äußern. Wer sich weigert, muss ohne Wacken ins Bett und darf nicht vorm BLACK SABBATH-Schrein beten.

Ihr sollt schließlich wissen, mit wem ihr es zu tun habt und wessen Empfehlungen ihr folgt. Unsere Redaktion ist bunt gemischt, und ganz sicher findet jeder ein musikalisches Pendant mit ähnlichen Vorlieben und Ansichten. Wie Tamara, Michael, Fabian, Tobias und Anton zu IRON MAIDEN, Fantasie-Lyrics, guten und schlechten Texten und dem Frühling stehen, seht ihr wenn das Licht ausgeht!? Ach egal, klickt doch einfach…

 

Name: Michael Klaas
bei metal.de seit: 2015
bei metal.de, weil …: Ich liebe Musik! Deshalb.

Nenne eine Textzeile einer Band, die genauso dumm wie sinnlos ist und eine Textzeile einer Band, die dich inhaltlich beeindruckt

Sinnbefreit: Oh, definitiv „I Am The Walrus“ von den BEATLES. Ist zwar kein Metal, aber die Zeile „Sitting on a cornflake, Waiting for the van to come“ ergibt absolut keinen Sinn. John Lennon hat mal gesagt, der Text sei aus drei nicht verwerteten, obskuren Songideen entstanden. Noch Fragen? Na denn „Googoo Gajoob“!

Beeindruckend: Die Zeile „Everything is in its right place“ vom gleichnamigen RADIOHEAD-Song. Für sich genommen ist das eine Zeile, die gleichzeitig alles und gar nichts auszusagen vermag. Sie kann sich auf einen Zustand der äußerlichen Ordnung oder der inneren Zufriedenheit beziehen, sie kann aber auch einfach nur eine nüchterne Feststellung sein, wenn man beispielsweise die Inventur in der Werkstatt resümiert. Das klingt bescheuert… weil es das ist. Aber das ist gerade das Schöne daran: Eben durch ihre Offenheit enthält sie enormes Potential für Interpretationen.

Lieblingssong von IRON MAIDEN

„The Duellists“! Warum? Weil der Song meiner Meinung nach einen der besten Instrumentalparts der Bandgeschichte beinhaltet. Und weil er wie für MAIDEN üblich eine großartige Hookline hat.

Welche Platte hast du nur wegen des Albumcovers gekauft?

Das „Bleeding/Into The Everflow“-Doppelpack von PSYCHOTIC WALTZ. Das war bevor ich begonnen habe, mich für Prog zu interessieren. Ich fand das Cover damals ziemlich abgespacet und cool. Hätte zu der Zeit nie geahnt, dass ich einen Genreklassiker in meinen Händen hielt.

Wenn du beim Konzert einer Band die Songtexte nicht kennst, tust du dann so als ob?

Meist versuche ich dann nur die Gesangsmelodie nachzugrölen. Also im Grunde ja. Oft sehr zum Leidwesen meiner Mitmenschen. Vor allem wenn die „Gesangsmelodien“ gar keine Melodien sind sondern Shouts, Growls und dergleichen 😉

Welche Platte legst du auf, um den Frühling zu begrüßen?

Auf jeden Fall was Rockiges, irgendwas, was Laune macht und aus der Winterdepression hilft. Am ehesten die „Powertrip“ von MONSTER MAGNET oder was LED ZEPPELINiges. An verregneten Tagen darf’s auch mal die „Gothic Blues Volume One“ von LEDFOOT oder die „Islands“ von KING CRIMSON sein.

Name: Fabian Schneider
bei metal.de seit:
Mitte Februar 2015
bei metal.de, weil …: ich schon immer eine Affinität zum Schreiben hatte und auch als Hobby Videospiele rezensiere. Nachdem ich eine Stellenausschreibung für metal.de gesehen habe, dachte ich, ich könnte doch mein Hobby mit meiner Liebe zur Musik verbinden, und siehe da: hier bin ich.

Nenne eine Textzeile einer Band, die genauso dumm wie sinnlos ist und eine Textzeile einer Band, die dich inhaltlich beeindruckt

Dumm und sinnlos: Hier kann man sicher ganz viel lyrischen Schund anführen. Um mal ein Zitat aus einer Platte zu nehmen, welche ich vor kurzem rezensiert habe, führe ich das Lied „Tod dem DJ!“ von MESSENGER an. Der ganze Song ist so herrlich dämlich, klischeehaft und sinnlos, dass es eine Freude ist. „Tod dem DJ! Tod dem DJ! Tod dem DJ! Heavy Metal ist Gesetz!“ *Matte schüttel*

Inhaltlich beeindruckend: Hier muss ich ganz klar den Song „Dezember“ der Band AGRYPNIE nennen. AGRYPNIE sind generell für ihre tiefgreifenden und bedeutungsschwangeren Texte bekannt, und wenn Torsten nach knapp zwei Minuten „Und nun führt mich mein Weg – durch schneebedeckte Straßen – das Weiß überdeckt – den sonst so sichtbaren Makel. Mein Atem gefriert – an der eisigen Luft – bitterkalte Tränen über einstmals warmen Wangen.“ anstimmt, stellen sich bei mir jedes Mal die Nackenhaare auf. Ich habe selten so geniale und gleichzeitig emotionale Musik wie die von AGRYPNIE gehört, und „Dezember“ ist wohl einer ihrer ergreifendsten Songs.

Lieblingssong von IRON MAIDEN

Schwierig. Natürlich könnte ich jetzt die ganzen Klassiker wie „Number Of The Beast“ und „Run To The Hills“ anführen, aber das ist mir zu 08/15. Wäre ja langweilig, wenn immer wieder die selben Songs genannt werden würden. Abseits von den Klassikern fällt mir spontan „From Here To Eternity“ ein. Der Song hat einfach etwas, was mich fasziniert und ich kann ihn mir wie am Fließband anhören, ohne dass er mir langweilig wird. Geiles Ding!

Welche Platte hast du nur wegen des Albumcovers gekauft?

In letzter Zeit war das die „Somewhere Along The Highway“ von CULT OF LUNA. Das schlichte Design des Covers in Kombination mit dem außergewöhnlichen Namen hat mich regelrecht überwältigt. Zum Glück hat sich die Platte im Nachhinein auch nicht als Fehlkauf herausgestellt. Ganz im Gegenteil.

Wenn du beim Konzert einer Band die Songtexte nicht kennst, tust du dann so als ob?

Macht das nicht jeder? Es ist immer wieder witzig, wenn man einen Song mitzugrölen versucht und einem bewusst wird, dass man gar nicht so textsicher ist, wie man glaubt.

Welche Platte legst du auf, um den Frühling zu begrüßen?

„Black Metal Ist Krieg“. Punkt.

Nein, Spaß beiseite. Ich bin eigentlich kein Fan des Frühlings und des Sommers. Mir haben die kalten, ungemütlichen Herbst- und Wintermonate schon immer besser gefallen. So gibt es auch eigentlich kein Album, das ich nur im Frühling höre. Ich höre das ganze Jahr über alle Sparten des Metal. (Auch wenn Black Metal im Winter – zugegebenermaßen – besser rüberkommt.)

Name: Tamara
bei metal.de seit: 2014
bei metal.de, weil …: …ich’s kann.

Nenne eine Textzeile einer Band, die genauso dumm wie sinnlos ist und eine Textzeile einer Band, die dich inhaltlich beeindruckt

Irgendwie sinnfrei: „El hombre que soy solo baila con un boy.“ (SHAKA PONK, „Hombre Que Soy“ – Vor allem sinnfrei, wenn ich diesen Text die ganze Zeit mitsumme.)

Inhaltlich beeindruckend: „Take me there, just take my hand and help me fly, try to understand.“ (LACUNA COIL, „Cybersleep“)

Lieblingssong von IRON MAIDEN

Auf die Gefahr hin, offiziell verbannt zu werden: Ich habe keinen, denn ich kenne nicht viel von IRON MAIDEN. Das, was ich jedoch kenne, ist zwar ganz in Ordnung, aber einfach nicht so meins. „Voluntas cogi non potest.“

Welche Platte hast du nur wegen des Albumcovers gekauft?

THE MODERN AGE SLAVERY – „Damned To Blindness“ – Ich habe immerhin bekommen, was ich erwartet habe. Seitdem versuche ich jedoch, solchen unterschwelligen Wünschen zu widerstehen.

Wenn du beim Konzert einer Band die Songtexte nicht kennst, tust du dann so als ob?

Nein, das liegt aber vermutlich daran, dass ich nicht mitsinge oder -gröle. Es ist die meiste Zeit vermutlich sogar ziemlich „langweilig“, mit mir auf ein Konzert zu gehen oder mich dabei zu beobachten, weil ich wirklich nur dort bin, um zu genießen und Eindrücke der Band zu sammeln. Es ist jedoch zu erwähnen, dass ich mir Texte lieber selbst „zusammenreime“, anstatt sie nachzuschlagen. D.h. selbst wenn ich denke, dass ich einen Text kenne, muss das nicht unbedingt zutreffen.

Welche Platte legst du auf, um den Frühling zu begrüßen?

Seit wenigen Tagen bin ich EUZENs „Metamorph“ ziemlich verfallen, für mich der klanggewordene Frühling dieses Jahres.

Name: Tobias Kreutzer
bei metal.de seit: Mitte 2013
bei metal.de, weil …: ich guten Musikjournalismus für unglaublich wertvoll und gleichzeitig viel zu rar halte und etwas dagegen tun will.

Nenne eine Textzeile einer Band, die genauso dumm wie sinnlos ist und eine Textzeile einer Band, die dich inhaltlich beeindruckt

Ich kann mich nicht entscheiden zwischen diesen beiden Perlen:

Cause we drink
Shot after shot after shot after shot
And we smoke
Blunt after blunt after blunt after blunt
DEEZ NUTS – „Shot After Shot“

It’s hot as hell in here
Everybody wants to lose control
The music’s turned up loud, the lights
Are turned down low
BULLET FOR MY VALENTINE – „Fever“

Stark ist hingegen:
Father, father, how I’ve let you down
A fucking tyrant in a hollow crown
ARCHITECTS – „Broken Cross“

Lieblingssong von IRON MAIDEN

Da gibt es bestimmt eine Menge Hass für, aber ich verbinde irgendwie einiges mit „The Clansman“.

Welche Platte hast du nur wegen des Albumcovers gekauft?

Für solche Späße reicht das Geld nicht.

Wenn du beim Konzert einer Band die Songtexte nicht kennst, tust du dann so als ob?

Im Extreme Metal merkt das ja ohnehin keiner – solange das Timing stimmt. Ansonsten, zugegeben, manchmal.

Welche Platte legst du auf, um den Frühling zu begrüßen?

OKTA LOGUE – „Tales Of Transit City“. Wer Frühlingsstahl will, wende sich vertrauensvoll an unser diesbezügliches Special.

Name: Anton Kostudis
bei metal.de seit: April 2012
bei metal.de, weil …: ich Musik – seit ich denken kann – nicht nur unter emotionalen, sondern auch analytischen Gesichtspunkten höre und für mich persönlich bewerte: Was macht der Typ da gerade auf der Gitarre? Was für ein Takt ist das? Wie hat der Drummer diesen Fill im Studio hinbekommen? Wo hat der Take wohl begonnen und wo hat er geendet? Welcher Effekt ist das? Lange Rede, kurzer Sinn: Es lag irgendwie nahe, dass ich mich mit Musik auch in schriftlicher Form auseinandersetze – was ich hier nun nach bestem Gewissen tue.

Nenne eine Textzeile einer Band, die genauso dumm wie sinnlos ist und eine Textzeile einer Band, die dich inhaltlich beeindruckt!

Wirklich „dumm“ und vor allem „sinnlos“ finde ich satanisches und antichristliches Gebrabbel irgendwelcher Möchtegern-Bösewichter, Texte über’s Saufen und Partymachen sowie alles, was sich inhaltlich mit „Battles“, „Steel“ oder Wikingern auseinandersetzt. Beispiele? Hm… „We alone are fighting for metal that is true“ (MANOWAR im Größenwahn), „Ich träume davon zu töten, die Falschen, die Verhassten.“ (Dann bleibt lieber zuhause, NARGAROTH) oder „Listen to the words I say, if you want I will, I’m there until the end of time“ (so etwas „Gehaltvolles“ kommt dabei heraus, wenn Anders Fridén einfach nichts mehr einfällt – was zuletzt häufiger der Fall war).

Schön finde ich immer, wenn ein Text nicht nur etwas Tiefgründiges und Ernsthaftes hat, sondern sprachlich auch schön umgesetzt ist. Ich mag in dieser Hinsicht vieles von Steven Wilson, beispielsweise „The Sound Of Muzak“ („The music of rebellion makes you wanna rage, but it’s made by millionaires who are nearly twice your age“). Und auch wenn nicht alles, was Oli Sykes von sich gibt, wirklich Substanz hat, so sind doch Textzeilen wie „I can’t drown my demons, they know how to swim“ oder „They came like moths to a flame, you left like a house in a hurricane“ in meinen Augen einfach nur großartig.

Lieblingssong von IRON MAIDEN?

Gibt es nicht. Grund: Einfach nicht meine Zeit. Wenn ich nicht gerade auf einem Festival oder im Auto eines Kumpels über MAIDEN stolpere, habe ich mit den Herren nichts am Hut – obwohl ich ihre Verdienste für den Metal nicht infrage stelle.

Welche Platte hast du nur wegen des Albumcovers gekauft?

„Inwards“ von DEW-SCENTED. Ich fand das blaue Cover mit dem Auge irgendwie interessant, kannte aber zum damaligen Zeitpunkt weder den Bandnamen noch hatte ich einen blassen Schimmer davon, was mich erwartet. Ich rechnete eigentlich eher mit irgend etwas aus der Modern-Ecke. Jetzt – 13 Jahre später – stehen alle Platten der Jungs in meinem Regal. Und mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit sind Leif und Kollegen die Truppe, die ich bislang am häufigsten live gesehen habe. Ach ja: „Inwards“ knallt heute übrigens auch noch sehr geil. Zweifelsfrei eine der besten Platten, die es im Thrash-Segment überhaupt gibt.

4. Wenn du beim Konzert einer Band die Songtexte nicht kennst, tust du dann so als ob?

Nein, aus dem Alter bin ich lange raus. Hin und wieder fällt mir aber auf, dass ich Textzeilen jahrelang völlig falsch mitgesungen habe. Stichwort: Misheard Lyrics. Das fängt bei „We got back up again“ (ARCHITECTS, „Learn To Live“) an, bei dem ich immer „We jump back to begin“ grölte und hört bei wesentlich peinlicheren Dingen auf – die ich hier jetzt nicht ausbreiten möchte.

Welche Platte legst du auf, um den Frühling zu begrüßen?

Wir hatten ja eben erst ein Special zu diesem Thema, da haben die Kollegen viele tolle Songs ausgegraben. Tatsächlich war ich vor ein paar Tagen mit dem Auto unterwegs, als zum ersten Mal in diesem Jahr die Sonne richtig rauskam. Ich habe dann „Mann Über Bord“ des Bremer Soul-Sängers FLO MEGA eingeworfen – das ist zwar kein Metal, aber eine Art Musik, die meiner Meinung nach bestens zum Frühling passt.

(Sonderfrage für Kollege Kostudis) Wenn du eine Gitarre wärst, wie viele Saiten hättest du dann?

Ich wäre meinem Hauptinteressenfeld entsprechend selbstverständlich eine Siebensaiter. Allerdings würden die oberen beiden Saiten fehlen – um ein bisschen Luft zu lassen für Dinge, die ich in Zukunft noch erreichen will.

 

26.03.2015
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