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Tipps für dein hartes Frühlingserwachen

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Der Winter ist schon eine feine Jahreszeit, in der man sich gemütlich daheim einigeln darf und in der die Black-Metal-Platten auch besser zu Geltung kommen. Irgendwann ist aber auch mal gut mit Schnee, Kälte und Eis, und selbst der schwärzeste Metalhead sehnt sich nach frischer warmer Luft, Grillzange schwenken, Open-Air-Festivals und einem Bier mit Freunden draußen im Freien.

Black Metal ist da natürlich nicht grundsätzlich hinderlich, selbst ENDSTILLE haben ein Lied namens „Frühlingserwachen“ geschaffen, allerdings gibt es auch richtig typische Frühlingssongs. Das sind Songs, die dich kribbelig machen, in Aufbruchstimmung versetzen, gute Laune verbreiten und Bock auf noch mehr Sonnenschein machen. Wir haben euch einige davon zusammengetragen: Mano cornuta auspacken ist erlaubt, bangen auch und laut draußen hören natürlich ebenfalls!

Wir verraten Euch, welche Lieder uns aus den Büros locken. Viel Spaß mit unsereren Vorschlägen, eine Liste so bunt wie die Redaktion selbst oder um im Tenor zu bleiben; so bunt wie ein frisch gepflückter Strauß Frühlingsblumen!

ZA! – El Calentito #3

Dass Prog nicht immer schwülstig und kompliziert sein muss, sondern sogar tanzbar sein und richtig sonnige Stimmung verbreiten kann, beweist das spanische Duo ZA! Hier gibt es leichtfüßigen, tanzbaren Rock, der durch seine weltmusikalischen Einflüsse einen exotischen Einschlag bekommt. „El Calentito #3“ bietet genau das Richtige, um lächelnd in den Frühling zu starten.

(Michael Klaas)

BLACK MESSIAH – Söldnerschwein

Macht gute Laune, weil der Song saudämlich und lustig ist und man ihn immer auflegen kann, um zwischendurch etwas Proletenunterhaltung zu haben. Mit dem Frühling hat das zwar nicht direkt was zu tun, aber mal ehrlich… sowas braucht man doch hin und wieder einfach mal, oder?

(Fabian Schneider)

DARKTHRONE – Circle The Wagons

Gute Laune? Darkthrone? Jawoll! „Circle The Wagons“ ist so verschroben, ein Mittelfinger, ein punkig hingerotzter Nicht-mal-Dreiminüter. Den kann man sicherlich hassen, wenn man von Fenriz und Nocturno Culto immer noch erwartet, dass sie „A Blaze In The Northern Sky II“ aufnehmen. Alle anderen können sich am flink dahingerifften Heavy Punk Black Rock Metal erfreuen und am Ende versuchen, den Refrain wieder aus dem Ohr zu kriegen. Eignet sich beim Grillen wie beim Autofahren, da er so schön groovy voran rockt.

(Stephan Möller)

DEFTONES – Swerve City

Für die DEFTONES hätte im Jahr 2008 Schluss sein können – niemand hätte ihnen diesen Schritt nach der Tragödie um Chi Cheng (RIP!) verübelt. Aber die Kalifornier haben irgendwie weitergemacht und das Unglück auf ihre Weise verarbeitet: Mit Musik, konkreter: mit „Diamond Eyes“. Ein Album – schwer, nachdenklich und voller Traurigkeit. Das folgende „Koi No Yokan“ verkörperte schließlich den Neubeginn: Zu hören war eine Band, die neue Kraft und neuen Mut geschöpft hatte. Auch der Frühling ist bekanntlich die Jahreszeit des Aufbruchs und der Hoffnung. Es gibt wohl kaum einen Song, der diese Stimmung besser zum Ausdruck bringt, als „Swerve City“. Zwar versteckt sich unter den warmen Synthies und schmeichelnden Melodien noch immer ein Funken Melancholie – doch die Aussage ist klar: Es geht weiter, wir blicken voran. Denn es ist Frühling.

(Anton Kostudis)

GALVATRONS – We Were Kids

Macht gute Laune, weil die Köpfe von STARSHIP („We Built This City“) und den HOOTERS („All You Zombies“) jüngst als abgehalftertes Yesterday’s-Heroes-Tag-Team in der australischen Version des Dschungelcamps inmitten einer äußerst schwierigen Mission erst vom Weg ab und dann vor die Flinte einer resoluten Fee geraten sind, welche sie vor die Wahl stellte, entweder ultimativ dem Kulturbetrieb abzuschwören oder sich von ihr in einen Haufen Teenies mit ordentlich Feuer unterm Arsch verwandeln zu lassen und fürderhin die Welt zur Abwechslung mal zu beglücken – zu ihrem eigenen sowie der Welt ihrem Besten. Und dann dieser Hit entstanden ist.

(Marek Protzak)

NOCTE OBDUCTA – Und Pan spielt die Flöte (Desîhras Tagebuch Kapitel II)

Schwarzmetall im Frühling? Wenn das jemand kann, dann NOCTE OBDUCTA. „Pan“ zählt seit mittlerweile zehn Jahren zu den absoluten Fan-Lieblingen und erobert noch immer Melodic-Black-Metal-Herzen im Sturm. Trotz durchgehendem Gekeife und progressivem Approach bergen die poppig anmuteten Schredder-Melodien eine unbeschreibliche Leichtigkeit, die manch sehnsüchtiges Grinsen in böse Metaller-Gesichter zu zaubern weiß. Zum Davonschweben und (Tag-)Träumen.

(Alex Klug)

WRATHCHILD – Nukklear Rokket

Macht gute Laune, weil HANOI ROCKS hier mal konsequent als RAMONES gehen. Und dabei im Angesicht des nuklearen Arsenals ein Ohrwurm von kaum vertretbarer Halbwertszeit abfällt. Und weil Bruce Dickinson im zugehörigen Video aufregenderweise einen Rock trägt. Ach, Frühling!

(Marek Protzak)

HAIL OF BULLETS – Nachthexen

Stahlhelm auf, den Panzer geentert und ab in den frostigen Krieg? Mitnichten! Oder vielmehr: Nicht ganz. Denn obwohl das Debüt der Niederländer HAIL OF BULLETS um Mr. Sympathico und Frontmann Martin van Drunen den Namen „… Of Frost And War“ trägt, versprüht das darauf enthaltene „Nachthexen“ eine ungemeine luftige Aufbruchstimmung, passend zum Frühling. Ob nun auf dem Fahrrad ohne dicke Jacke oder am heimischen Schreibtisch, der Song bockt wie Sau und macht Lust auf entspannte Grillabende im Park mit einem saftigen Steak (oder wahlweise auch einem schmackhaften Grillkäse oder Gemüsespieß). Die leicht doomige Passage ‚gen Ende eignet sich perfekt zum Dahinschwelgen oder zur Beschaffung der nächsten Gerstenkaltschale.

(Richard Mertens)

THE FALL OF TROY – F.C.P.R.E.M.I.X

Prinzipiell könnte man jeden Song von FALL OF TROY nehmen, denn alle Stücke der leider mittlerweile aufgelösten amerikanischen Band vertonen quasi das Gegenteil von Stillstand. Alles klingt nach Aufbruch, überall wuselt es und irgendwo springt unvermittelt noch ein weiterer Ton in des Hörers Gehörgang. Thomas Erak, Sänger und Gitarrist mit zwei sichtbaren und zwei unsichtbaren Armen, weckt mit seinem heiß-kalten Wechselspiel aus klarem und irrem Gesang die Lebensgeister und jeder Song von FALL OF TROY eskaliert früher oder später. FALL OF TROY inspirieren mich dazu, ohne Plan und Ziel einfach losrennen zu wollen. Warum kommt ihr nicht einfach wieder zurück ihr liebenswerten, seltsamen Männer?

(Nadine Schmidt)

GAMMA RAY – Heaven Can Wait

Macht gute Laune, weil das getestet wurde: Die Maiglöckchen stehen nicht auf Bestial War Black Metal (mit depressiven Interludes). Das tun sie nicht. Ebensowenig Amsel, Drossel, Fink und der Eismann. True hymns are Hansen-hymns.

(Marek Protzak)

SLEEPMAKESWAVES – To You They Are Birds, To Me They Are Voices In The Forest

Inzwischen sind SLEEPMAKESWAVES zwar etwas ruppiger und elektronischer unterwegs, auf ihrem Debütalbum „…And So We Destroyed Everything“ präsentierten die Australier allerdings ein paar außerordentlich fröhliche Post-Rock-Melodien, welche die im Titel angedeutete Naturverbundenheit allgegenwärtig erscheinen lassen. Hier herrscht Aufbruchsstimmung: Vom Frühlingserwachen über sanftes Dahingleiten auf ausgestreckten Flügeln hinein in den radikalen Sturzflug. Und das Beste: Hierzu benötigen die „Voices In The Forest“ weder Text noch Gesang.

(Alex Klug)

EUZEN – You’re On

Macht gute Laune, weil … sowohl die Stimmung, als auch der Text („Try all you might, just add delight and taste the air, it’s made for you…“) rundum positiv sind – wie ein erster Sonnenstrahl für das kalt-geräderte Kitsch-Herz.

(Tamara Deibler)

BEER BEAR – Marsh Medvedey

Wofür braucht die Welt eigentlich diese ganzen Partytruppen, die nur zum Saufen animieren und dafür sorgen, dass man wie aufgezogen total albern durch die Gegend hüpft? Wahrscheinlich um auch als Metalhead mal sinnbefreit in ballermannähnliche Gefilde abzudriften, weil es einfach Spaß macht und die Lebensgeister weckt. Wer sagt eigentlich, dass Metaller immer Bier trinken? Ach so, die Metaller selbst … na dann stimmt’s wohl. Trotz mehrerer besserer Bands aus diesem Genre, höre ich mir die mittlerweile aufgelösten BEER BEAR immer wieder gerne an, meine Laune steigt sofort und der Wunsch etwas Anzustellen ebenfalls.

(Nadine Schmidt)

MONSTER MAGNET – Medicine

„Medicine“ ist ein energiegeladener Song, bei dem man einfach nicht stillsitzen kann. Da möchte man glatt einen Marathon laufen! Naja, so extrem ist es vielleicht nicht, aber dennoch treibt der Song einen an, mal wieder raus zu gehen und sich – mit „Medicine“ im Player – mal wieder zu aktivieren. Und ja: Der Song hört am Ende tatsächlich abrupt auf, liegt nicht am Video.

(Michael Klaas)

18.03.2015
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