„We Don't Give a Fuck Metal" - kann das Sünde sein?

Special

Auf dem Rockharz Festival haben sich SOULBOUND die Zeit genommen und sind mit uns in Sünde, in Schubladen und in die Bedeutung echter Gemeinschaft eingetaucht!

Im Mittelpunkt dieser Episode steht das aktuelle Album „sYn“ und schon der Einstieg macht klar, dass Soulbound nicht die Band ist, die bequeme Antworten liefert. Sänger Johnny erklärt, warum das neue Album „dunkler, direkter und kompromissloser“ klingt als alles Bisherige: Zeitdruck. Statt jahrelanger Perfektionismusschleifen wie beim Vorgänger „Addicted to Hell“ musste „sYn“ in wenigen Monaten fertiggestellt werden. Das Ergebnis: erste Takes statt polierter Studioversionen, rohe Gefühle statt gefilterter Kunstfertigkeit. „Wir haben die Ideen direkt genommen und so verarbeitet, wie sie uns kamen“, so Johnny.

„sYn“: Sünde jenseits der Bibel

Der Albumtitel „sYn“ – Englisch für Sünde – ist dabei keineswegs religiös gemeint. Die Band versucht den Begriff neu zu interpretieren: Was ignorieren wir, obwohl wir es besser wissen? Versündigen wir uns nicht täglich an uns selbst, an unseren Mitmenschen und am Planeten? Bassist Jonas bringt es trocken auf den Punkt: „Tatsächlich haben wir uns selber ein bisschen ignoriert, jeder mit einem Fulltime-Job plus Band.“

SOULBOUND: We Don’t Give a Fuck Metal

Dass SOULBOUND sich zwischen Metalcore, Metal und Pop bewegt und damit seit Karrierebeginn zwischen allen Stühlen fällt, verarbeiten sie im Stück „Not Metal Enough“. Den Metalcore-Fans waren sie nicht core-ig genug, den Metal-Puritanern nicht metallisch genug, den Pop-Hörern zu kantig. Ihre selbst proklamierte Genrebezeichnung – „We Don’t Give a Fuck Metal“ – ist dabei mehr Augenzwinkern als Manifest: „Das hat nicht den Anspruch, eine neue eigene Schublade zu sein, sondern macht sich über das Schubladendenken lustig“, stellt Jonas klar.

„Undone“: Gemeinsam statt Einsam

Das Thema psychische Gesundheit liegt der Band seit Anbeginn am Herzen. Johnny, der inzwischen hauptberuflich als Psychotherapeut arbeitet, spricht offen darüber, dass er rund sechs bis sieben Jahre seines Lebens an Depressionen verloren hat. Auf der Bühne thematisiert er das regelmäßig. Vor dem Song „Undone“ verteilt die Band Knicklichter als sichtbares Zeichen: Keiner ist allein. „Darüber zu reden hilft mir eher, als dass es mich zurückwirft. Wenn man Dinge verdrängt, gerät man tiefer rein“, sagt er.

Der Community-Gedanke ist bei SOULBOUND nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Mentalität. Menschen, die sich kennen, füreinander eintreten und nach dem Konzert füreinander da sind. Jonas betont zudem ausdrücklich: „Diese Community ist nichts Exklusives.“ Jede und jeder sei willkommen, ob mit Gemeinschaftssinn oder einfach nur, um die Band zu sehen. Die Türen sind für alle offen.

Wer sich vom Gemeinschafts-sYn überzeugen möchte oder einfach nur der Musik lauschen möchte, trifft SOULBOUND ab Anfang November auf Tour.

Rockharz Happen: Die Mini-Podcastreihe zum Rockharz Festival 2026

Episode 1: HAGGEFUGG

Episode 2: RAUHBEIN

Quelle: Soulbound Interview Rockharz 2026
26.08.2026

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